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Petro-China : Das teuerste Unternehmen der Welt

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Petro-China: Börsenwert von fast einer Billion Dollar Bild: dpa

Das ist eine kleine Sensation: Petro-China ging an die Börse und stieß auf Anhieb Exxon-Mobile als teuerstes Unternehmen der Welt vom Thron. Der chinesische Ölkonzern kommt auf einen Börsenwert von fast einer Billion Dollar.

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          Mit einem Börsenwert von fast einer Billion Dollar (689 Milliarden Euro) ist der chinesische Öl- und
          Gaskonzern Petro-China auf Anhieb das teuerste Unternehmen der Welt geworden. Die Aktie überflügelte am Montag mit ihrem Börsendebüt in Schanghai den amerikanischen Konkurrenten Exxon Mobile an der Spitze der Unternehmen mit dem weltweit höchsten Marktwert. Beim bislang größten Börsengang des Jahres sammelte das Unternehmen am Montag mehr als 9 Milliarden Dollar ein, die Aktien des staatlich kontrollierten Konzerns schossen bis Handelsschluss um 163 Prozent in die Höhe.

          Der erfolgreiche Börsengang festigt die Stellung von Chinas größtem Öl- und Gasproduzenten und unterstreicht gleichzeitig das Vertrauen der Anleger in die boomende Wirtschaft des Landes. Analysten warnten jedoch davor, dass die starke Nachfrage nach den Papieren teilweise auf das Börsenfieber in China zurückzuführen sei. Dies, so die Befürchtung, könne den Aktien von Petro-China und dem gesamten Markt später noch schaden. Bei Handelsbeginn war der Preis sogar zunächst um 191 Prozent auf 48,60 Yuan hochgeschossen.

          Analysten halten die Bewertung für übertrieben

          „Der Eröffnungspreis ist wirklich zu hoch, was die Fundamentaldaten von Petro-China angeht“, sagte Analyst Wan Jing von Orient Securities in Shanghai. Viele Anleger sähen die Titel eher als Kurzzeitgeschäft denn als langfristige Anlage. In Hongkong verbilligten sich die Papiere von Petro-China um mehr als 6 Prozent, was darauf schließen ließ, dass auch viele internationale Anleger das Unternehmen für zu hoch bewertet halten.

          Gongschlag: Jiang Jiemin, Chef von Petro-China, eröffnet den Aktienhandel an der Börse in Schanghai

          Am Mittag wurde Petro-China mit dem 54-fachen der Analystenprognosen für den Gewinn pro Aktie in 2007 bewertet und lag damit weit über dem Durchschnitt des 18-fachen für Ölunternehmen weltweit. Petro-China ist ein Tochterunternehmen der staatlichen China National Petroleum Corporation (CNPC) und verkaufte in Shanghai 4 Milliarden Aktien und brachte damit 2,2 Prozent seines erweiterten Aktienkapitals an die Börse.

          Kursrückgang an Chinas Börsen setzt sich fort

          Chinas Wertpapiermärkte setzten trotz des erfolgreichen Börsengangs ihren jüngsten Abwärtstrend fort und verloren mehr als 2 Prozent. Äußerungen von Ministerpräsident Wen Jiabao vom Wochenende, wonach die Regierung in Peking weitere Schritte unternehmen will, um die Bildung und das Platzen einer Aktienblase an Chinas Märkten zu verhindern, hatten die Anleger verunsichert. Der Schanghai-Index rutschte um 2,5 Prozent auf 5634 Punkte bei Handelsschluss. Der Shenzhen Composite Index verlor 0,7 Prozent und endete bei 1377 Punkten.

          Die Aktien von Petro-China werden schon seit sieben Jahren in Hongkong gehandelt und haben sich dort im Wert seitdem versechzehnfacht. Petro-China profitierte vor allem vom steigenden Ölpreis, der sich im selben Zeitraum verdreifachte, und der zunehmenden Treibstoff-Nachfrage im wirtschaftlich boomenden China.

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