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DIHK-Konjunkturprognose : Unternehmen sind so pessimistisch wie seit vier Jahren nicht mehr

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Container stehen auf einem Terminal im Hafen Hamburg. Bild: dpa

Die Sorgen werden größer – das ist das Fazit, das der DIHK aus einer aktuellen Befragung deutscher Unternehmen zieht. Abermals fordert der Verband eine Reform der Unternehmenssteuern.

          Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat auf Grundlage einer neuen Unternehmensbefragung seine Wachstumsprognosen für Deutschland reduziert. Für 2018 rechnet er nach Angaben vom Donnerstag nun nur noch mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung (BIP) von 1,8 Prozent. Bisher lag die Vorhersage bei 2,2 Prozent.

          Im kommenden Jahr dürfte demnach der BIP-Zuwachs mit 1,7 Prozent noch etwas niedriger ausfallen. Für das Exportgeschäft senkte der DIHK seine Schätzung auf 2,8 von bislang fünf Prozent im laufenden Jahr. 2019 sei ein Anstieg von 2,5 Prozent absehbar.

          „Die Unternehmen blicken merklich verhaltener auf ihre künftigen Geschäfte – die stärkste Eintrübung der Geschäftserwartungen seit vier Jahren“, lautete das Ergebnis einer DIHK-Umfrage unter rund 27.000 deutschen Firmen. Diese zeigen sich zunehmend verunsichert durch die aktuellen Handelskonflikte und den Brexit. Die größte Wachstumsbremse bleibe der Fachkräftemangel. „Die Sorgen werden größer“, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben am Donnerstag in Berlin bei der Vorstellung der Herbstumfrage. 

          Trotz zahlreicher Risiken fürchte der DIHK zwar keine Rezession, so Wansleben. Ohne eine „Renovierung“ der  wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland und Europa drohe aber langfristig eine Verlangsamung des Wachstums. Dazu müsse hierzulande eine Reform der Unternehmenssteuern gehören.

          Wansleben ergänzte, einer der Hauptrisiken sei der Brexit. Hier sei nach wie vor keine Einigung zwischen der EU und Großbritannien in Sicht. Wenn es keine Klärung der Details des britischen EU-Austritts gebe und sich der Handelsstreit zuspitzte, stünde für die deutschen Unternehmen noch mehr auf dem Spiel, als bislang in den Konjunkturprognosen enthalten sei. Er sehe nicht, dass in den nächsten Monaten alle Brexit-Fragen gelöst werden könnten. Daher brauche es eine Verlängerung der Fristen.

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