https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/personalwechsel-chefin-von-pentagon-forschungsagentur-geht-zu-google-11682438.html

Personalwechsel : Chefin von Pentagon-Forschungsagentur geht zu Google

  • Aktualisiert am
Google arbeitet schon seit langem an Zukunftstechnologien wie selbstfahrenden Autos. Dugans Aufgabe bei Darpa waren vor allem solche Zukunftstechnologien, die dem amerikanischen Militär zugute kommen können wie Militär-Roboter, intelligente Überwachungssysteme und Raketentechnologie
          1 Min.

          Google bekommt einen ranghohen Neuzugang mit Erfahrung in modernster Militärforschung. Die Chefin der Pentagon-Agentur Darpa, Regina Dugan, werde zu dem Internet-Konzern wechseln, bestätigten Sprecher dem Magazin „Wired“ und dem Blog „All Things Digital“. Google arbeitet schon seit langem an Zukunftstechnologien wie selbstfahrenden Autos. Der Bereich mit dem angeblichen Codenamen „Google X“ wird laut jüngsten Medienberichten von Mitgründer Sergey Brin betreut.

          Die Darpa (Defense Advanced Research Projects Agency) war Ende der fünfziger Jahre von der amerikanischen Regierung als Reaktion auf den Start des ersten sowjetischen Satelliten gegründet worden. Ihre Aufgabe ist die Entwicklung zukunftsträchtiger Technologien, die dem amerikanischen Militär zugute kommen können. Sie war unter anderem eine Wiege für moderne Computernetze: Das Arpanet war in den siebziger  Jahren der Vorläufer des Internets.

          Zu den heutigen Projekten gehören Militär-Roboter, intelligente Überwachungssysteme und Raketentechnologie. Außerdem führte die Darpa mehrere Wettbewerbe für selbstfahrende Roboter-Autos durch, bei denen das heutige Google-Team um Sebastian Thrun erfolgreich war.

          Dugan steht für strikte Kostendisziplin und hohen Anspruch

          Welche Position Dugan bei Google einnehmen soll, ist noch nicht bekannt. Die 48-Jährige stand seit Sommer 2009 als erste Frau an der Darpa-Spitze. Schon in den neunziger Jahren hatte sie für die Agentur als Projektmanagerin gearbeitet. Vor einem Jahr sorgte ein „Wired“-Bericht für Aufsehen, der enthüllte, dass einige Darpa-Aufträge an die Spezialfirma RedX Defense vergeben wurden, an der Dugan noch beteiligt ist. Sie rechtfertigte es damit, dass das Know-how des Unternehmens zum Aufspüren von Sprengsätzen einzigartig sei. Das Pentagon leitete eine Prüfung der Auftragsvergabe-Praxis ein.

          Zugleich wurde Dugan für strikte Kostendisziplin bei der oft für extrem teure und gewagte Projekte bekannten Darpa gelobt. Ihr eilt auch der Ruf einer anspruchsvollen Chefin voraus, die die Kreativität ihrer Mitarbeiter entfesseln kann. Zu ihren Schwerpunkten bei der Darpa gehörten Cybersicherheit und die Stärkung der Produktion in den Vereinigten Staaten. Dugan zeigte sich wiederholt besorgt, dass Amerika alles Mögliche im Ausland produzieren lasse und dadurch wichtige Fähigkeiten für die Zukunft verliere.

          Dugans Sprecher sagte „Wired“, sie habe das Angebot eines so innovativen Unternehmens wie Google nicht ausschlagen können. Mit der Prüfung der Auftragsvergaben habe die Entscheidung nichts zu tun.

          Weitere Themen

          EU will Rodung von Regenwald für Soja und Kaffee stoppen

          Lieferketten : EU will Rodung von Regenwald für Soja und Kaffee stoppen

          Ein beachtlicher Teil der Rodung des Regenwalds geht auf das Konto der EU, weil sie Waren einführt, die dort produziert werden. Die Importeure sollen deshalb künftig sicherstellen, dass sie nur noch „rodungsfreie“ Waren einführen.

          Topmeldungen

          Der Zweite Senat beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe.

          Coronafonds der EU : Karlsruhe muss die Demokratie schützen

          Der Europäische Gerichtshof feiert Jubiläum, aber das Bundesverfassungsgericht wird weiterhin dringend gebraucht. Denn Europa soll kein Staat werden.
          Karl Lauterbach (zweiter von links) präsentiert die Arbeitsergebnisse der Regierungskommission für Krankenhäuser.

          Pläne für Krankenhausreform : Karl Lauterbachs Klinikrevolte

          Eine Regierungskommission schlägt vor, Fallpauschalen zurückzufahren und lieber Vorhaltekosten zu übernehmen. Die Länder und die Selbstverwaltung wurden dazu nicht gefragt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.