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Pendlerpauschale : Geringverdiener haben den längsten Arbeitsweg

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Pendler strömen an einem Gleis im Tiefbahnhof des Frankfurter Hauptbahnhofs in eine S-Bahn. Bild: dpa

Wegen der hohen Belastungen wird abermals über eine höhere Pendlerpauschale diskutiert. Fast 13,7 Millionen Beschäftigte in Deutschland nutzen diese laut Statistischen Bundesamt.

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          Pendler mit einem Jahresbruttolohn von weniger als 10.000 Euro haben den längsten Arbeitsweg. Sie legten durchschnittlich 32 Kilometer zurück, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag auf Basis der Daten aus den Steuererklärungen 2018 zur Pendlerpauschale mitteilte. Verdienten die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zwischen 10.000 und 100.000 Euro im Jahr, pendelten sie im Schnitt 26 Kilometer. Bei einem Bruttolohn zwischen 100.000 und 500.000 Euro betrug die durchschnittliche Strecke rund 28 Kilometer, für diejenigen mit einem Gehalt von mehr als einer halben Million Euro sind es 25 Kilometer.

          In der Debatte über Entlastung wegen steigender Benzinpreise wird derzeit auch über eine Erhöhung der Pendlerpauschale nachgedacht. Bundesfinanzminister Christian Lindner zeigt sich offen dafür, die Pendlerpauschale zu erhöhen. „Davon profitieren alle, denn das gilt unabhängig von Auto, Bahn und Fahrrad“, sagte der FDP-Vorsitzende am Wochenende. Im Jahr 2018 betrug die Pendlerpauschale 30 Cent pro Kilometer des einfachen Arbeitswegs. Nach einer Gesetzesreform im vergangenen Mai liegt sie ab dem 21. Kilometer nunmehr bei 38 Cent.

          Durchschnittlicher Arbeitsweg 26 Kilometer

          2018 bekamen rund 13,7 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Entfernungspauschale, die auch Pendlerpauschale genannt wird. Auf ihrem Weg zur Arbeit legten sie durchschnittlich 26 Kilometer zurück. Rund 81 Prozent (11,1 Millionen) gaben an, zumindest für einen Teil der Strecke das Auto zu nutzen. Hierbei wurden nur Fälle erfasst, bei denen die Werbungskosten über dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1000 Euro lagen. Diejenigen, die unterhalb dieses Betrags blieben, gaben ihre gependelten Kilometer häufig nicht in ihrer Steuererklärung an.

          Je ländlicher eine Person wohnte, desto häufiger nutzte sie zudem das Auto. In Großstädten gaben 67 Prozent der Pendler an, zumindest für einen Teil der Strecke das Auto zu nutzen. In Kleinstädten betrug der Anteil 87 Prozent, in Landgemeinden sogar 90 Prozent.

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