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Peer Steinbrück im Gespräch : „Ganz Europa wartet auf eine deutsch-französische Initiative“

Peer Steinbrück in seinem Büro am Pariser Platz in Berlin. Bild: Andreas Pein

Peer Steinbrück war Finanzminister, als die Finanzkrise vor zehn Jahren eskalierte. Er spricht über die Rettung der Banken, das „sträfliche Versäumnis“ der Regierung Merkel und seine Gegner am Schachbrett.

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          Herr Steinbrück, als vor zehn Jahren das Finanzsystem wankte, waren Sie Bundesfinanzminister. Woran denken Sie zuerst, wenn Sie zurückdenken?

          Johannes Pennekamp

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaftsberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.

          Niklas Záboji

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Dass es die stressigste Zeit war, die ich in meinen 30 Jahren als Politiker erlebt habe. Ich kann mich an Situationen erinnern, in denen ich bezweifelt habe, ob man eine solche Situation in den Griff kriegen kann.

          Welche Situationen waren das?

          Kurz nach der Lehman-Pleite, am 17. September, drohte die Illiquidität des größten Versicherungskonzerns der Welt, AIG. Das wäre der eigentliche GAU gewesen – und das zu verhindern, erforderte intensive transatlantische Telefongespräche mit dem damaligen amerikanischen Finanzminister Henry Paulson, um die dortige Regierung zu überzeugen, AIG nicht fallenzulassen. Wenn das geschehen wäre, dann säßen wir heute hier in einer ganz anderen Verfassung.

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