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Ökonom über Flüchtlinge : „Es ist tragisch, junge Afrikaner zur Migration zu verlocken“

Was ist das ethisch richtige Verhalten gegenüber Flüchtlingen? Bild: dpa

Als Angela Merkel den Satz „Wir schaffen das“ prägte, war Paul Collier einer der schärfsten Kritiker: Im F.A.Z.-Interview spricht der Ökonom über die Fehler Europas in der Flüchtlingspolitik.

          4 Min.

          Vor drei Jahren, Anfang September 2015, entschied die Bundeskanzlerin, dass Deutschland die Grenze für Tausende Flüchtlinge und Migranten offenhalte. Das hat den Asylbewerberzustrom nach Europa und Deutschland zunächst deutlich verstärkt. „Wir schaffen das“ – diese Parole prägte Angela Merkel. Einer der schärfsten Kritiker war damals der Entwicklungsökonom und Migrationsforscher Paul Collier von der Universität Oxford. Viele Menschen hätten Merkels Worte als Einladung verstanden „und sich danach erst auf den gefährlichen Weg gemacht, haben ihre Ersparnisse geopfert und ihr Leben dubiosen Schleppern anvertraut“, kritisierte er. Die Kanzlerin habe Deutschland und Europa schwere Probleme aufgebürdet. 2016/2017 wurde Collier Berater des Bundesfinanzministeriums und entwickelte den „Compact with Africa“ (Partnerschaft mit Afrika) mit. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde er bekannt durch seine Bücher.

          Philip Plickert

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Herr Professor Collier, Ihr Buch „Exodus“ und das Buch „Refuge“ (zu Deutsch: Gestrandet) zusammen mit Alexander Betts haben letztes Jahr viel Aufmerksamkeit erregt. Sie prangern schonungslos Fehler der Migrationspolitik an. Werden Sie gehört?

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