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Kommentar : Paukenschlag zum Start des Börsenjahrs

Der erste Tag bestimmt die Tendenz des Börsenjahres: Hoffentlich stimmt diese Weisheit für 2016 nicht. Bild: dpa

Die Börsen in Asien brachen ein, der Dax folgte. In einer unruhigen Welt können auch die Finanzmärkte auf Dauer keine Ruhe bewahren.

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          Eine alte Börsenweisheit besagt: Der erste Handelstag gibt die Tendenz für das ganze Jahr vor. Hoffentlich erweist sich diese Börsenweisheit in diesem Jahr als falsch. Denn gleichsam mit einem Paukenschlag wurden die Anleger am ersten Handelstag des Jahres 2016 daran erinnert, dass der deutsche Aktienmarkt nicht immun gegen die wirtschaftlichen und politischen Risiken einer globalisierten Welt ist. Rund vier Prozent büßte der Dax ein. Das ist nicht wenig.

          Zwei Nachrichten hatten den Börsianern die Laune nachhaltig verdorben. Schlechte Konjunkturdaten aus China und ein Kurseinbruch um sieben Prozent an der Börse in Schanghai erinnerten an die erhebliche Bedeutung des ostasiatischen Riesenreichs für die Weltwirtschaft im Allgemeinen und für die deutsche Exportindustrie im Besonderen. Bisher sind Unternehmer und Anleger im Westen unverzagt davon ausgegangen, dass die Parteiführer in Peking in der Lage sein würden, die chinesische Wirtschaft ohne einen Einbruch der Konjunktur durch schwierigere Zeiten zu steuern.

          Hohe Kapitalabflüsse aus China, eine mittlerweile zur Schwäche neigende Währung und ernüchternde Daten aus der Wirtschaft sollten irgendwann einmal auch im Falle Chinas nachhaltige Zweifel an den Steuerungskünsten von Planwirtschaftlern wecken. Ohne einen erheblichen Beitrag Chinas ist ein gedeihliches Wachstum der Weltwirtschaft zurzeit aber kaum vorstellbar. Zur wirtschaftlichen Unsicherheit um die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt traten zu Wochenbeginn Sorgen wegen der politischen Lage im Nahen Osten. Lange Zeit hatten die Finanzmärkte die keineswegs neuen Spannungen zwischen Saudi-Arabien und Iran verdrängt. Nun scheint die Erkenntnis zu reifen, dass dieser Konflikt größere Aufmerksamkeit verdient. Der Ölpreis stieg um rund vier Prozent.

          In einer unruhigen Welt können auch Finanzmärkte auf Dauer keine Ruhe bewahren. Daher sagen viele Fachleute für das Jahr 2016 erhebliche Kursschwankungen voraus. Ein langfristig denkender Anleger, dem es um allmähliche Kapitalbildung geht und nicht um kurzfristige Spekulation, kann auch darüber die Nerven bewahren. Eine Streuung des Vermögens auf mehrere Anlageformen macht einen Rückschlag am Aktienmarkt erträglich.

          Gerald Braunberger
          Herausgeber.

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