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Parlamentswahlen : Was ein Euro-Austritt für Griechenland bedeuten würde

Ganz Europa wartet mit Spannung auf den Ausgang der Wahlen in Griechenland Bild: dpa

Ein Austritt Griechenlands aus dem Euro würde für alle unglaublich teuer. Aber für die Griechen wäre er eine große Chance - auf nichts Geringeres als ein Wirtschaftswunder.

          Für viele Politiker ist es das Horror-Szenario: Griechenland wählt an diesem Sonntag eine Regierung, die nicht mehr spart. Bleiben die europäischen Partner tatsächlich hart, dann müsste das Land aus dem Euro austreten. Allein schon, um eigenes Geld drucken zu können für Staatsausgaben und Beamtenlöhne.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Ökonomen haben vorgerechnet, das würde Europa Hunderte von Milliarden kosten. Und für Griechenland wäre es auf kurze Sicht „desaströs“, wie Maurice Obstfeld sagt, ein Ökonomieprofessor aus Berkeley, der mit Nobelpreisträger Paul Krugman ein bekanntes Lehrbuch für Außenwirtschaftslehre verfasst hat. Griechische Unternehmen dürften pleite gehen, der Handel würde unterbrochen. Es wäre ein Chaos.

          Das Wunder nach der Durststrecke

          Aber danach? Was passiert dann? Die Hoffnung ist: Nach einer Durststrecke könnte ein Wirtschaftswunder für Griechenland bevorstehen. Wenn die Griechen das Schicksal ihrer Währung selbst in die Hand nehmen - und ihre neue Währung gegenüber dem Euro abwerten.

          Das würde so ablaufen: Die griechische Notenbank würde die neue Währung gleich offiziell mit einem Abschlag auf den Euro herausgeben. Oder Händler, Tankstellen und Banken akzeptieren sie später nur mit einem Abschlag. Die Folgen wäre ähnlich: Der Wert aller Vermögen und Löhne in Griechenland sinkt. Schätzungen der Ökonomen über die Höhe der Abwertung reichen von 30 bis 50 Prozent. Auslandsschulden blieben überwiegend in Euro notiert. Sie müssten zum Teil erlassen werden.

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