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Carsten Germis (cag.)

Volkswagen-Kommentar : Parkplatz BER

Ein Flughafen, der nicht fertig wird, dient als Abstellplatz für einen Autokonzern, der mit neuen Zulassungsstandards nicht klarkommt – ein Bild mit hoher Symbolkraft.

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          Wenn die ersten vorproduzierten Volkswagen auf dem Parkplatz des Berliner Großflughafens abgestellt werden, gibt das ein Bild von hoher Symbolkraft. Ein Flughafen, der nicht fertig wird und Deutschland zur Lachnummer in der Welt gemacht hat, dient als Abstellplatz für einen Autokonzern, der mit den neuen europäischen Zulassungsstandards für Autos nicht rechtzeitig klarkommt.

          VW steht mit seinen Problemen bei den neuen Vorgaben aber nicht allein da. Die Autokäufer spüren die Folgen jetzt schon. Nicht mehr jedes Modell ist erhältlich. Was sich nicht so gut verkauft, gibt es erst mal nicht. Hinter den Schaufenstern der Autohändler wird zum Stichtag am 1.September wegen der neuen sogenannten WLTP-Standards erst einmal nur das stehen, was die Massen kaufen.

          Doch man macht es sich zu einfach, allein VW oder anderen Autokonzernen den Schwarzen Peter zuzuschieben. Sicher, sie hätten schneller reagieren können. Die verschärften Prüfstandards zeigen aber auch, dass manches, was die Politik mit der richtigen Gesinnung gut meint, nicht immer gut gemacht ist.

          Nützt es der Umwelt, wenn der Kunde jetzt nicht mehr das Auto kaufen kann, das er will – nur weil es Engpässe mit der Zertifizierung gibt? Ein bisschen mehr Gelassenheit und eine Toleranzfrist wie in Frankreich hätten nicht geschadet.

          Carsten Germis
          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

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