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„Paradise-Papers“-Kommentar : Steuern und Moral

Eine gute Nachricht angesichts der „Paradise-Papers“ lautet: Ganz so schlimm, wie manche tun, ist es offenbar um Deutschland, die Steuern und die Moral gar nicht bestellt.

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          Sie, die im Dunkeln bleiben wollten, rücken auf einmal ins grelle Licht: reiche Leute, internationale Konzerne. Sie haben Briefkastenfirmen in Steueroasen genutzt. Das ist an sich nicht verboten, aber vielleicht doch das Geschäft, das dahinter steckt.

          Alles läuft nach demselben Muster ab. Die einen nutzen die steuerlichen Möglichkeiten, die bestimmte Inseln bieten. Die anderen nutzen die Informationen, die ihnen zugetragen werden. Schon einmal sorgten ein Datenleck und ein internationaler Rechercheverbund für Druck im politischen Kessel. Schon bei der ersten Aufdeckaktion unter dem Schlagwort „Panama Papers“ stand die Bundesrepublik allerdings nicht im Zentrum der Aufmerksamkeit, auch dieses Mal (Stichwort „Paradise Papers“) fallen vor allem andere Regionen auf.

          Politisch ist in den vergangenen Jahren auch schon einiges passiert. Es gibt nun einen verstärkten Informationsaustausch über Finanzkonten unter bald hundert Ländern. Hierzulande gibt es außerdem ein Register für die wirtschaftlich Berechtigten, die hinter Briefkastenfirmen stecken. Ganz so schlimm, wie manche tun, ist es offenbar um Deutschland, die Steuern und die Moral gar nicht bestellt.

          Manfred Schäfers
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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