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Energiewende : Papst geht mit Ölbranche ins Gericht

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Papst Franziskus bei seiner wöchentlichen Generalaudienz im Mai 2018. Bild: dpa

Papst Franziskus hat führende Ölbosse in den Vatikan eingeladen und ihnen ins Gewissen geredet: Der „Durst nach Energie“ dürfe den „Durst nach Wasser“ und die Armut nicht vergrößern.

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          Die Chefs führender Ölkonzerne und Investmentunternehmen haben im Vatikan über eine Energiewende beraten. Papst Franziskus sprach von einer epochalen Herausforderung. Die Stillung des wachsenden Energiebedarfs auch in Entwicklungsländern dürfe nicht zu einer Spirale von einem weiteren globalen Temperaturanstieg und neuer Armut führen, sagte der Papst bei einem Empfang zum Abschluss der zweitägigen Konferenz am Samstag.

          Die Tagung am Sitz der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften stand unter dem Thema „Energiewende und Sorge für unser gemeinsames Haus“. Zu den Teilnehmern gehörten die geschäftsführenden Manager von BP und Exxon, Bob Dudley und Darren Woods, der Chef des Vermögensverwalters BlackRock, Larry Fink, der frühere US-Energieminister Ernest Moniz und der Leiter des japanischen Pensionsfonds, Hiro Mizuno, zudem Mark Moody-Stuart als Direktor von Saudi Aramco und die Chefin des Ölkonzerns Occidental Petroleum, Vicki Hollub.

          Franziskus verwies auf den „ungeheuren Energiebedarf“ durch den massiven globalen Verkehr von Gütern, Menschen und Informationen. Zugleich lebten weltweit mehr als eine Milliarde Menschen ohne Strom. Der „Durst nach Energie“ bei den einen dürfe nicht den Durst nach Wasser sowie die Armut und die Ausgrenzung anderer vergrößern.

          „Die Armen leiden am meisten“

          Die Beseitigung von Armut und Hunger nach den UN-Entwicklungszielen verlange auch Zugang zu Energieversorgung, so der Papst. Er warnte aber vor einer „Spirale von extremen Klimaveränderungen aufgrund eines katastrophalen globalen Temperaturanstiegs, härteren Umweltbedingungen und wachsender Armut“.

          Besorgt äußerte sich Franziskus über die fortgesetzte Suche nach neuen Vorkommen fossiler Brennstoffe. Das Pariser Klimaabkommen sehe vor, solche Lagerstätten ungenutzt zu lassen. Industrie, Investoren, Wissenschaftler und Verbraucher müssten gemeinsam nach Alternativen suchen. „Die Zivilisation braucht Energie, aber der Gebrauch der Energie darf die Zivilisation nicht zerstören“, so der Papst.

          Kritisch äußerte er sich auch zu den ökologischen und sozialen Folgen des Wirtschaftswachstums. Das gegenwärtige System boome auf der Basis von „immer mehr Abbau, Verbrauch und Abfall“. Auch die Folgen des Klimawandels seien nicht gleichmäßig verteilt. „Es sind die Armen, die am meisten unter den verheerenden Folgen der globalen Erwärmung leiden“, sagte Franziskus.

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