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Nach Cameron : Britischer Finanzminister legt Steuerdaten offen

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Der Chef will es so: Finanzminister George Osborne hat seine Einkünfte und seine Steuerabgaben offen gelegt. Bild: AFP

Die Enthüllungen der „Panama Papers“ setzen britische Politiker unter Druck. Einer nach dem anderen veröffentlicht seine Steuerdaten. Dabei kommt Interessantes zum Vorschein.

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          Mit der Veröffentlichung seiner steuerlichen Verhältnisse setzt der britische Premierminister David Cameron seine Regierung unter Zugzwang. Zugegeben, Cameron suchte auch erst die Öffentlichkeit, als sein Vater im Zusammenhang mit einer Briefkastenfirma in den sogenannten „Panama Papiers“ genannt wurde. Jetzt hat Finanzminister George Osborne mit seinem Chef gleichgezogen und seine Steuerdetails online gestellt.

          Der Finanzminister veröffentlichte aber nicht eine Kopie seiner Steuererklärung, sondern genauso wie Cameron nur eine selbstgeschriebene Zusammenfassung. Darin listet er alle seine Einkünfte und Steuerabgaben auf. Als Begründung für dieses Vorgehen führen die beiden Konservativen an, dass dies der Übersichtlichkeit dienen würde. Im Gegensatz zu Cameron hat Osborne aber nur eine Zusammenstellung des letzten Jahres veröffentlicht. Der Regierungschef gibt Einblick in die letzten sechs Jahre.

          Osborne verdient so viel wie Cameron

          Den jetzt veröffentlichten Angaben zufolge verdiente Osborne 2015 als Mitglied des britischen Parlaments und Finanzminister etwa 120.526 Pfund (150.000 Euro). Zudem kassierte er 33.562 Pfund (etwa 42.000 Euro) an Mieteinnahmen und 44.647 Pfund ( etwa 56.000 Euro) an Dividendenerträgen. Der Finanzminister gibt dabei an, dass die Dividende aus einer Beteiligung am Unternehmen seiner Eltern stamme, das Papiertapeten herstellt.

          Insgesamt kommt Osborne auf Gesamteinnahmen von 198.738 Pfund (etwa 248.000 Euro)  im Jahr und bezahlt darauf 72.210 Pfund (90.000 Euro) an Steuern. Damit verdient der Finanzminister im Jahr etwa genauso viel wie Premier Cameron.

          Weitere Politiker legen Daten offen

          Doch Osborne und Cameron sind nicht die einzigen prominenten Politiker des Landes, die ihre Daten freiwillig offen legen. Auch der Chef der Labour-Partei Jeremy Corbyn und Nicola Sturgeon, Regierungschefin in Schottland, haben ihre Steuerbescheide veröffentlicht. Sie stellten ihre Dokumente aber im Original ins Netz.

          Der Premierminister ist am Montag erstmals seit den Veröffentlichungen der „Panama Papers“ vor das Parlament getreten. Er forderte eine härtere Gangart gegenüber Steuertricksern. Zum Beispiel sollten Unternehmen bestraft werden, wenn sie es nicht verhindern können, dass ihre Mitarbeiter beim Hinterziehen von Steuern helfen.

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