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Kommentar : Saubermann Cameron

  • -Aktualisiert am

David Cameron Bild: AFP

Für David Cameron sind die Panama-Papiere zum Desaster geworden - und mit seiner Salamitaktik trug der Mann in Downing Street dazu maßgeblich bei. Ein Kommentar.

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          Zu Wochenbeginn wurde bekannt, dass sein verstorbener Vater Ian, ein Banker, selbst Kunde der mittlerweile berüchtigten panamaischen Offshore-Kanzlei Mossack Fonseca war – und Cameron wollte zunächst nichts dazu sagen, ob er persönlich vom Panama-Fonds seines Vaters profitiert habe: Das sei „eine private Angelegenheit“, hieß es am Montag. Erst am Donnerstag, als der Druck zu groß wurde, räumte Cameron schließlich ein, dass er 13 Jahre lang Anteile an dem Fonds gehalten hat. Verkauft hat er sie, kurz bevor er 2010 Premierminister wurde.

          Das Herumlavieren hat Camerons Glaubwürdigkeit beschädigt: Er läuft Gefahr, als Heuchler gebrandmarkt zu werden. In den vergangenen Jahren hat der Regierungschef nämlich wenige Gelegenheiten ausgelassen, um Konzerne wie Starbucks und reiche Privatleute wie den Comedian Jimmy Carr wegen deren Steuerspartricks in Offshore-Finanzzentren öffentlich anzuprangern. Jetzt wird bekannt, dass der vermeintliche Saubermann und Vorkämpfer für mehr „Steuergerechtigkeit“ selbst von einer solchen Offshore-Gesellschaft profitierte. Gewiss: Cameron beteuert, er habe die Gewinne aus dem Anteilsverkauf ordnungsgemäß versteuert. Der Fonds sei auch gar nicht als Steuersparvehikel eingerichtet worden. Aber wenn das so ist: Warum hat er sich dann drei Tage lang gewunden, bevor er dies offengelegt hat?

          Die Glaubwürdigkeits-Krise des britischen Premiers kommt zu einem kritischen Zeitpunkt - und zwar nicht nur für ihn persönlich: Im Juni werden die Briten in einem Referendum über den Austritt aus der EU abstimmen. Umfragen zufolge steht der Ausgang des Volksentscheids auf Messers Schneide. Cameron tritt gegen den „Brexit“ ein und ist so bisher die wichtigste Stimme der Proeuropäer auf der Insel. Wird er nun durch seine Offshore-Geschäfte dauerhaft beschädigt, dann ist das ein Rückschlag für alle, die nicht wollen, dass Großbritannien der EU den Rücken kehrt.

          Marcus Theurer
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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