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Berenberg-Chef : „Wir sind zu 100 Prozent sauber“

  • Aktualisiert am

Berenberg-Chef Hans-Walter Peters Bild: dpa

War die Berenberg-Bank in Sachen Briefkastenfirmen besonders aktiv? Der Chef der Bank widerspricht. Und kritisiert die Niedrigzins-Politik der EZB.

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          Die Berenberg-Bank, älteste Privatbank Deutschlands, wehrt sich gegen die Vorwürfe im Zusammenhang mit den Panama-Papers: „Alle unsere Geschäfte sind zu 100 Prozent sauber“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter Hans-Walter Peters der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. „Es gibt kein einziges Depot, von dem wir den Menschen dahinter, den wirtschaftlich Berechtigten, nicht kennen. Zudem besteht bei weitem keine so enge Beziehung von uns nach Panama, wie bisweilen unterstellt wird.“

          Der Journalist Georg Mascolo hatte in der Anne-Will-Diskussion um Panama-Papers der Privatbank vorgeworfen, sie habe Briefkastenfirmen unterstützt. „„Eine der Banken, die sich besonders hervorgetan hat – zu meinem großen Erstaunen – ist beispielsweise die Berenberg Bank in Hamburg gewesen“ Ein Berenberg-Sprecher räumte zwar ein, dass Konten für Offshore-Gesellschaften, also Briefkastenfirmen, vermittelt wurden, aber im Einklang mit gesetzlichen Vorgaben. Die „klare Weißgeldstrategie“ werde regelmäßig von unabhängigen Prüfern für wirkungsvoll befunden.

          „Wir haben uns nichts vorzuwerfen“

          Im F.A.S.-Interview räumte der Bank-Chef ein, dass die Vorwürfe für ihn persönlich zu einem denkbar ungünstigen Moment kommen, da er am Montag das Amt als Präsident des Bankenverbandes antritt: „Ich werde die nächsten Tage ganz schön verhauen werden, das ist mir bewusst – auch wenn es dafür keinen Grund gibt.“

          SPD und Grüne hatten bereits gefordert, er solle auf das Amt verzichten, bis alle Vorwürfe aufgeklärt sind. Dem widersprach Peters in der F.A.S. heftig: „Dazu gibt es keinen Grund, nicht einen einzigen. Wir haben uns nichts vorzuwerfen. Es gibt auch nichts aufzuklären. Wir akzeptieren kein einziges Konto im Haus, bei dem Zweifel über die Herkunft des Geldes oder ordentliche Versteuerung bestehen.“

          Der künftige Bankenpräsident kündigte an, hart mit der lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank ins Gericht zu gehen: „Auch wenn unser Haus durch die Niedrigzinspolitik weniger belastet wird, sehe ich erhebliche Risiken im Kurs der Europäischen Zentralbank. Sie führt in den Südländern nicht zu Reformen, sondern zementiert verkrustete Strukturen. Außerdem bereitet die Zinspolitik nicht nur Sparern, sondern auch vielen Banken Probleme. Sie zerrt an den Zinsmargen, der Haupteinnahmequelle vieler Institute.“ Der Negativzins bestrafe zudem Banken, die hohe Liquiditätsreserven halten, führte der Bankier aus. „Das wäre an und für sich gesund. Insofern wird die Stabilität des Finanzsystem durch die EZB bedroht.“ 

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