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Streit um Palmöl-Verbot : „Die EU will einen Handelskrieg anzetteln“

Aufforstung statt Abholzung? Malaysia verspricht, dass trotz Palmölplantagen der Regenwald geschont wird. Bild: Reuters

Im Palmöl-Streit wirft die zuständige Ministerin Malaysias der EU Protektionismus vor. Zudem würden „vermeintliche Klimaschützer in Fünf-Sterne-Hotels über Dinge reden, die sie nur vom Hörensagen kennen“. Sie droht mit Gegenmaßnahmen.

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          Die Auseinandersetzung zwischen der EU und den beiden Palmöl-Produzenten Malaysia und Indonesien eskaliert weiter. Die zuständige malaysische Ministerin Teresa Kok wirft der Europäischen Union vor, einen „Handelskrieg“ anzuzetteln. „Das Palmöl-Verbot der EU hat nur einen einzigen Grund: Protektionismus“, sagte Kok im Gespräch mit der F.A.Z. in Brüssel. Es gehe nur darum, die Interessen der europäischen Biokraftstofflobby zu bedienen. „Unter Klimaschutzgesichtspunkten kann niemand Malaysia einen Vorwurf machen“, sagte Kok weiter. Das Land habe per Gesetz sichergestellt, dass für die Palmölproduktion kein Regenwald in großem Stil gerodet werde. Es forste vielmehr sogar auf. 54,8 Prozent des Landes seien mit Wald bedeckt. „Wer etwas anderes behauptet, war nie in Malaysia“, sagte Kok. „Da reden vermeintliche Klimaschützer in mit Klimaanlagen gekühlten Zimmern von Fünf-Sterne-Hotels über Dinge, die sie nur vom Hörensagen kennen.“

          Hendrik Kafsack

          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Verglichen mit dem von der EU nicht verbotenen Sojaöl aus amerikanischer Produktion, brauchten die Palmölproduzenten zudem viel weniger Fläche, sagte die Ministerin. Aber offenkundig schrecke die EU davor zurück, sich mit den Vereinigten Staaten anzulegen. Kok drohte mit rechtlichen Schritten gegen die EU vor der Welthandelsorganisation (WTO). Das Land werde sich dazu mit Indonesien abstimmen.

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