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Paketflut vor Weihnachten : Auf den letzten Drücker

Einer geht noch rein: Ein Paketzusteller der Deutschen Post belädt sein Fahrzeug. Bild: dpa

Die Post schickt Mitarbeiter aus den Büros in die Zustellfahrzeuge, um die Paketlawine zu bewältigen. Auch Hermes, DPD und GLS ziehen alle Register. Wer jetzt noch etwas verschicken will, muss sich sputen.

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          Dass der Bonner Post-Tower und die vielen DHL-Bürogebäude drum herum in diesen Tagen ziemlich leer sind, hat nicht nur mit Home-Office zu tun. Ein Teil der Mitarbeiter hat den Schreibtisch freiwillig gegen ein Sortierzentrum oder ein Zustellfahrzeug eingetauscht und packt dort mit an, um die Paketlawine zu bewältigen. Eine vierstellige Zahl von Verwaltungsbeschäftigten, sagt ein Sprecher, habe sich für den Weihnachtseinsatz entschieden. Sie verstärken das Heer von rund 10.000 Aushilfskräften und den 4000 festen neuen Mitarbeitern, welche die Post schon zu Beginn der Pandemie fest eingestellt hatte. Mehr als dreizehntausend zusätzliche Fahrzeuge kurven für das Weihnachtsgeschäft allein für die Post durch Deutschland, auch ihre Briefträger nehmen verstärkt kleinere Pakete mit. Gearbeitet wird in mehreren Wellen, so dass mancherorts auch abends noch häufiger geklingelt wird. Um die teils völlig überlaufenen Filialen zu entlasten, hat die Post in mehreren Großstädten DHL-Paketbusse und Transporter als mobile Paket-Annahmestellen aufgestellt.

          Helmut Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Auch Hermes, DPD oder GLS ziehen alle Register, aber die Paketdienste kommen trotzdem kaum noch hinterher. Dabei haben sie nach Angaben des Branchenverbandes BIEK insgesamt rund 30.000 zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt. Doch schon schon vor dem neuen Lockdown waren nie zuvor gekannte Höchstmengen aufgelaufen. „Allein in der letzten Woche haben wir 56 Millionen Pakete sortiert und ausgeliefert – deutlich mehr als jemals zuvor in unserer Unternehmensgeschichte“, sagte Tobias Meyer, im Postvorstand für das deutsche Paket- und Briefgeschäft verantwortlich. An drei Tagen hintereinander waren es jeweils Rekordmengen von mehr als 11 Millionen Stück. Zum Vergleich: An einem gewöhnlichen Tag sind es im Durchschnitt rund 5,2 Millionen Pakete.

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