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Outsourcing : Boeings Missgeschick

Der amerikanische Konzern Boeing hat zum zweiten Mal die Erstauslieferung seines Langstreckenjets verschoben. Dies zeigt eine Schattenseite auf: Wenn nur wenige Zulieferer patzen, gerät das gesamte Projekt in Schwierigkeiten.

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          Ausgerechnet Boeing! Als der europäische Rivale Airbus mehrfach die Auslieferung seines Riesenflugzeugs A380 verschieben und dafür Schadenersatz über mehrere Milliarden Euro zahlen musste, zeigten sich manche Branchenexperten davon überzeugt, dass dem amerikanischen Konzern so etwas niemals passieren könnte.

          Nun hat Boeing zum zweiten Mal die Erstauslieferung seines neuen mittelgroßen Langstreckenjets B787 (“Dreamliner“) verschoben. Die beiden Ereignisse sind kaum vergleichbar, schon weil derzeit nicht zu erwarten ist, dass Boeing einen ähnlich hohen Schadenersatz wie Airbus zahlen muss.

          Die Fehler beging Airbus im eigenen Haus

          Dafür müsste sich die Indienststellung des Dreamliners noch einmal deutlich verzögern. Entscheidend ist etwas anderes: Die Fehler, die zum Desaster des A380 führten, beging Airbus im eigenen Haus. Im Falle des Dreamliners sind es nicht nur, aber vorwiegend Zulieferer, die ihre Aufgaben nicht zeitgerecht lösen.

          Die Vergabe von Aufträgen an spezialisierte Fremdunternehmen (“Outsourcing“) ist eine in vielen Branchen erprobte und im Grundsatz wirtschaftlich sinnvolle Strategie. Der Fall Boeing zeigt jedoch eine Schattenseite: Wenn nur wenige Zulieferer patzen, gerät das gesamte Projekt in Schwierigkeiten.

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