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Vor Wahlen : Schadet die AfD dem Standort Ost?

Schon jetzt berichten Unternehmen zwischen Ostsee und sächsischer Schweiz von Problemen, qualifizierte Ausländer für offene Stelle zu begeistern. Das dürfte nicht leichter werden.

          Dachdecker im Hochsommer, Gebrauchtwagenhändler für Dieselautos oder Markenbotschafter der Deutschen Bank – die Palette von Deutschlands härtesten Berufen ist breit. Laut Industriepräsident Dieter Kempf wird sie bald um eine Tätigkeit erweitert: Personalchef in Ostdeutschland.

          Das ist schon heute keine leichte Aufgabe, ist die Region doch gezeichnet vom jahrzehntelangen Fortzug gen Westen und vergleichsweise niedrigen Löhnen und Gehältern – wenn auch bei niedrigen Lebenshaltungskosten. Falls nun die AfD bei den anstehenden drei Landtagswahlen triumphiert, fürchtet Kempf enorme Schäden für den Wirtschaftsstandort Ostdeutschland.

          Richtig ist: Schon jetzt berichten Unternehmen zwischen Ostsee und sächsischer Schweiz von Problemen, qualifizierte Ausländer für offene Stelle zu begeistern. Begehrte Kandidaten werden deshalb genau hinhören, ob die nationalistischen Töne nach den Urnengängen noch lauter und schriller werden.

          Auch davon werden die Aspiranten ihre Entscheidungen für oder gegen die Arbeit im Osten abhängig machen. Für ambitionierte Vorhaben wie die jüngst lancierte Idee zur Wiederbelebung der ostdeutschen Solarindustrie verhieße das nichts Gutes.

          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

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