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Mezzogiornos Wirtschaft : Süditalien tritt auf der Stelle

Fischerhafen Marina di Corricella auf der Insel Procida im Golf von Neapel Bild: Picture-Alliance

30 Jahre nach dem Mauerfall haben sich die östlichen Bundesländer schneller entwickelt als der Mezzogiorno. Die einen machen Rom als Sündenbock aus, die anderen den Umgang mit den Fördermaßnahmen.

          3 Min.

          Die ostdeutschen Länder haben 29 Jahre nach der Wiedervereinigung den italienischen „Mezzogiorno“ schnell überholt und nun weit hinter sich gelassen. Noch 1991 lag etwa das jährliche Pro-Kopf-Einkommen in Sachsen mit 7700 Euro noch 14 Prozent unter dem Durchschnittswert für Süditalien. Inzwischen übertreffen Sachsen und Thüringen mit ihrem Pro-Kopf-Einkommen auch den nationalen Durchschnitt ganz Italiens, der 2017 bei 28.690 Euro lag. Das Pro-Kopf-Einkommen Sachsens belief sich dagegen auf 29.900 Euro, während der Wert für Thüringen bei 28.900 Euro lag.

          Tobias Piller

          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland mit Sitz in Rom.

          Noch größere Unterschiede ergeben sich beim Vergleich der Arbeitslosenzahlen des europäischen Statistikamts Eurostat. Diese liegen ab 1999 vor, sie unterscheiden sich allerdings von den – auf andere Weise berechneten – Werten der deutschen Arbeitsverwaltung. Nach Angaben von Eurostat ist die Arbeitslosenquote in Mecklenburg-Vorpommern von 20,3 Prozent im Jahr 2003 bis 2018 auf nur noch 4,9 Prozent gesunken. Dagegen gibt es in Süditalien kaum Verbesserungen. In Apulien, der Region, die sich relativ gesehen am besten entwickelt, war die Arbeitslosenquote von 19,5 Prozent im Jahr 1999 bis 2003 auf nur noch 13,6 Prozent gesunken, doch nun beträgt sie in der Statistik von 2018 immer noch 16,1 Prozent. In Sizilien und in Kalabrien lag die Arbeitslosenquote noch immer bei mehr als 20 Prozent.

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