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Tourismus in Ostdeutschland : Der Reiz der Seebäder

Als es noch keine Abstandsregeln gab: Strandfreuden im Ostseebad Kühlungsborn, aufgenommen im Jahr 1956 Bild: akg / ddrbildarchiv.de/Siegfried

Mecklenburg-Vorpommern macht vor, wie erfolgreicher Tourismus geht. Und weckt Nachahmer in den Braunkohlerevieren in der Lausitz.

          6 Min.

          Wann es auf Rügen jemals so ruhig war wie in diesem Frühjahr? Thomas Krüger kann sich daran nicht erinnern. Nahezu sein ganzes Berufsleben hat der Hotelmanager auf der Ostseeinsel verbracht, mehr als zwanzig Jahre. Aber so etwas wie in der Zeit zwischen Mitte März und Mitte Mai hat der Geschäftsführer des Ifa-Hotels an der Strandpromenade in Binz noch nicht erlebt. Als eine der ersten Maßnahmen im Zuge des Corona-Lockdowns riegelte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) die Inseln Rügen und Usedom ab. Neue Urlauber durften nicht mehr kommen. Wer schon vor Ort war, musste binnen weniger Tage abreisen. Anschließend gehörten die kilometerlangen Strände den Einheimischen, zumindest theoretisch. „An manchen Tagen hat man am Strand nur einen kleinen Punkt in der Ferne gesehen“, erzählt Krüger. Eines der beliebtesten Ferienziele Deutschlands war regelrecht verwaist.

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Dabei hatte alles danach ausgesehen, dass eine weitere glänzende Urlaubssaison vor Mecklenburg-Vorpommern liegen würde. Der Tourismus an der Ostseeküste, aber auch rund um die Mecklenburgische Seenplatte ist eine der wirtschaftlichen Erfolgsgeschichten im Osten Deutschlands. Im Jahr 2000 reisten rund 5 Millionen Besucher nach Mecklenburg-Vorpommern, im vergangenen Jahr waren es schon knapp 8,4 Millionen. Die Zahl der jährlichen Übernachtungen stieg von etwas mehr als 20 Millionen zur Jahrtausendwende auf zuletzt fast 35 Millionen. Im Vergleich zu den mehr als 100 Millionen Übernachtungen in Bayern ist das zwar noch eine überschaubare Zahl. Doch zumindest unter deutschen Urlaubern hat Mecklenburg-Vorpommern Bayern schon den ersten Rang unter den beliebtesten Zielen abgelaufen, wie eine repräsentative Umfrage der Stiftung für Zukunftsfragen zeigt.

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