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Riesiger Streit : Betriebsrat blockiert Opels Abfindungsprogramm

  • Aktualisiert am

Der Streit zwischen dem Betriebsrat und der Opel-Führung ist groß gerade. Bild: Reuters

Der Streit zwischen Opels Arbeitnehmervertretern und der Führung eskaliert. Von einer „Massenflucht der Leistungsträger“ könne aber keine Rede sein.

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          Der Streit zwischen der Opel-Führung und dem Betriebsrat um Einsparungen bei dem Autohersteller verschärft sich. Die Geschäftsleitung warf dem Betriebsrat vor, ein freiwilliges Abfindungsprogramm zu blockieren, wie aus einem Schreiben des Managements an die Mitarbeiter hervorgeht.

          „Das ist ein klarer Verstoß gegen die Betriebsvereinbarung zum Freiwilligenprogramm.“ Der Betriebsrat seinerseits forderte das Management auf, das freiwillige Abfindungsprogramm insbesondere für die Werke Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach bis auf weiteres auszusetzen, wie aus dem Schreiben der Arbeitnehmervertreter hervorgeht. Ein Opel-Sprecher sagte, man kommentiere interne Schreiben an die Mitarbeiter nicht.

          Keine „Massenflucht“

          Die Opel-Belegschaft liegt mit der neuen Muttergesellschaft Peugeot wegen deren Sparplänen über Kreuz, die Verhandlungen sind festgefahren. Betriebsrat und IG Metall werfen dem Management vor, mit einem Kahlschlag in Deutschland die Marke mit dem Blitz zu gefährden.

          Die Geschäftsleitung wolle weiterhin vielen Mitarbeitern freiwillige Abfindungen anbieten, obwohl die Abbauziele beispielsweise am Standort Kaiserslautern erfüllt oder übererfüllt würden, hieß es in dem Schreiben des Gesamtbetriebsrats. „Damit entsteht für die Standorte und die weiter bei Opel Beschäftigten eine bedrohliche Situation mit ungewisser Zukunft.“

          Die Opel-Geschäftsleitung wies die Vorwürfe zurück. „Es ist ein Ammenmärchen, dass hier eine ’Massenflucht’ von Leistungsträgern passiert und die Arbeit künftig nicht erledigt werden kann“, erklärte das Management in seinem Schreiben. Nach fast 20 Jahren Verlusten in Folge müsse Opel endlich schlagkräftiger werden.

          Mit dem am 21. März vereinbarte Programm zum freiwilligen Ausscheiden will der Autobauer die Kosten drücken. Das Angebot werde gut angenommen, erklärte das Management. Rund 1000 Anträge lägen bereits vor, in rund 200 Fällen gebe es bereits unterschriftsreife Aufhebungsverträge.

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