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Werk in Eisenach : Thüringen will Opel helfen

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Gehen sie oder bleiben sie? Das Opel-Werk in Eisenach. Bild: EPA

Das Tauziehen um Opel geht weiter. Die neuen französischen Eigentümer müssten sich an bestehende Zusagen halten, hatte es tagelang geheißen. Nun legt doch jemand Geld auf den Tisch.

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          Das Land Thüringen stellt Hilfen für Opel in Aussicht, wenn im Gegenzug der Standort Eisenach erhalten wird. Es gehe dabei um vier konkrete Bereiche, sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow am Montag. „Diese vier Themen, die würden dem Unternehmen am Standort Eisenach helfen.“ Dabei gehe es etwa um Energiekosten oder Grundstücke. Diese Hilfen werde es aber nur dann geben, „wenn die Tarifvertragsparteien an den Verhandlungstisch zurückkehren“, sagte der Linken-Politiker.

          Opel hatte zuvor eine Investitionsentscheidung für das Werk in Eisenach zurückgestellt, nachdem die Arbeitnehmer nicht bereit waren, Zugeständnisse zu machen. Es gehe nicht, das Land Thüringen mit den Investitionsentscheidungen „quasi in Erpressungsdruck zu bringen“, sagte Ramelow dazu. „Das können wir nicht akzeptieren.“ Mit Blick auf die Bundesländer mit Opel-Produktionsstätten sagte er: „Die drei Länder lassen sich nicht auseinanderdividieren.“

          Opel-Chef: Wir sind zu Investitionen bereit

          Opel-Chef Michael Lohscheller beteuerte, dass das Unternehmen bereit sei, in die deutschen Werke zu investieren. Die Pläne lägen bereits auf dem Tisch, erklärte er am Montag in einer Botschaft an die mehr als 18.000 Mitarbeiter in Deutschland. Die Pläne könnten aber
          noch nicht umgesetzt werden, weil das notwendige Niveau der Wettbewerbsfähigkeit noch nicht erreicht sei.

          Die Pläne für Eisenach stellten sogar eine Verbesserung des bestehenden Tarifvertrages dar, sagte er gegen die Aussagen der IG Metall gerichtet. Bereits im ersten Halbjahr 2019 könne die Produktion eines neuen Fahrzeugs beginnen, das ab 2020 auch in einer Elektro-Hybridversion
          herzustellen wäre.

          Berichte über mögliche Schließungen der Werke Eisenach und Kaiserslautern nach gescheiterten Verhandlungen bezeichnete der Opel-Chef als „Horror-Szenarien". Nach der Übernahme von Opel durch die französische Peugeot-Gruppe befürchten Gewerkschafter, dass vor allem das kleinste deutsche Werk in Eisenach mit seinen 1800 Beschäftigten auf der Kippe steht.

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