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Daimler will den Opel-Werber : Umparken in der Werbebranche

Daimler hat schon länger Interesse an einem der Opel-Werber - jetzt gibt es nur noch eine bürokratische Hürde bei der Übernahme. Bild: Opel AG

Mercedes will künftig mit einer eigenen Werbeagentur auf sich aufmerksam machen. Dafür bekommt der Autohersteller jetzt einen Top-Werber von Opel.

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          Seit Monaten rätselt die Marketingwelt, wie es mit dem Werbeetat von Mercedes-Benz weitergeht. Im November hatte der Autohersteller die Branche mit der Nachricht überrascht, dass die Zusammenarbeit mit der Hamburger Kreativschmiede Jung von Matt endet und auch sonst keine der etablierten Agenturen zum Zuge kommt. Stattdessen soll eine neue, eigens für Mercedes gegründete Agentur künftig die Werbekampagnen für die Edelkarossen machen. Wer diese Agentur aufbauen sollte, gab das Daimler-Management auch sogleich bekannt: Tonio Kröger und André Kemper, zwei Werber mit langjähriger Autoerfahrung.

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Die waren allerdings zum Zeitpunkt der Entscheidung noch anderweitig gebunden: Kröger bei der VW-Agentur DDB und Kemper mit seiner eigenen Agentur André bei Opel, jenem Autohersteller, der gerade mit viel Aufwand sein Image umparkt. Während es Kröger schon Anfang dieses Jahres gelang, seinen Vertrag mit DDB zu lösen, zeigte sich Opel-Vorstandsfrau Tina Müller bislang hartknäckig: Kempers Vertrag laufe bis April 2016, und so lange erwarte sie vollen Einsatz, gab Müller bei jeder Gelegenheit zu Protokoll.

          Das Ringen um die Vertragsauflösung wurde in der klatschverliebten Werbebranche mit Spannung verfolgt. Jetzt ist klar: Kemper kann doch schon früher bei Mercedes anfangen. „Meine Empfehlung ist es, noch eine Kampagne mit André Kemper zum erfolgreichen Abschluss zu bringen – und zwar die für den neuen Opel Astra“, sagte Opel-Marketingchefin Tina Müller gegenüber dieser Zeitung. Der Astra wird im September auf der IAA in Frankfurt vorgestellt, danach wäre Kemper also frei für seine neue Aufgabe.

          In Stuttgart dürfte man das Friedensangebot mit Erleichterung vernehmen. Allerdings gibt es noch eine rechtliche Hürde: Kemper hat seinen Vertrag nicht direkt mit Opel, sondern mit Commarco, der Muttergesellschaft der Opel-Stammagentur Scholz & Friends. Die ist es, die letztlich entscheidet. Scholz & Friends-Chef Frank-Michael Schmidt wollte sich zu der neuen Entwicklung am Mittwoch nicht äußern – er sei auf dem Weg in den Urlaub, hieß es auf Anfrage aus der Agentur.

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