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Unter dem neuen Eigentümer : Opel macht wieder Gewinn

Zusammen erfolgreich: der PSA-Vorstandsvorsitzende Carlos Tavares (links) und Opel-Chef Michael Lohscheller Bild: dpa

Der deutsche Autohersteller wirtschaftete seit 1999 defizitär. Unter dem neuen Eigentümer ist diese Serie beendet. Nun visiert Opel neue Ziele an, unter anderem in Russland.

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          Seit dem Jahr 1999 beherrschten Minuszeichen die Geschäftsberichte des Autoherstellers Opel. Wenn die frühere Tochtergesellschaft des amerikanischen Autokonzerns General Motors im Frühjahr eines neuen Jahres Bilanz zog, stand unter dem Strich stets ein Jahresverlust. Auf mehr als 19 Milliarden Dollar summierte sich diese Verlustserie zwischen den Jahren 1999 und 2017. Doch im vergangenen Jahr hat Opel es nun geschafft, diese lange Reihe von schlechten Ergebnissen zu beenden.

          Unter dem neuen Eigentümer, dem französischen Konzern PSA Peugeot Citroën, hat Opel in den abgelaufenen zwölf Monaten einen operativen Gewinn von 859 Millionen Euro erwirtschaftet, wie PSA am Dienstagmorgen mitteilte. Bezogen auf den Umsatz von 18,3 Milliarden Euro bedeutet das eine operative Rendite von 4,7 Prozent. Opel habe die Grundlage für eine nachhaltige Zukunft gelegt und sei bereit, sein Potential weiter zu entfalten, ließ sich Carlos Tavares, der Vorstandsvorsitzende von PSA in einer Mitteilung zitieren.

          Sparpolitik zeigt Wirkung

          Zu verdanken ist der Gewinn vor allem der Sparpolitik von Opel unter der Ägide von PSA. Der französische Konzern hatte Opel im August 2017 von General Motors übernommen. Danach hatte PSA-Chef Tavares angekündigt, auf der Suche nach Einsparmöglichkeiten jeden Stein umdrehen zu wollen.

          Vor allem die Personalkosten sind in der Folge gesunken. In Deutschland hat Opel 3700 Stellen von zuletzt rund 19.000 Arbeitsplätzen über Altersteilzeitmodelle, vorzeitigen Ruhestand und Abfindungsprogramme abgebaut. Auch an den anderen europäischen Standorten gab es Einsparungen. Schon im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres gingen die fixen Kosten so um 30 Prozent zurück. Zudem sanken unter anderem dank eines gemeinsamen Einkaufs mit PSA auch die variablen Kosten.

          Auf der Erlösseite verkaufte Opel zwar weiter relativ wenige Autos und verlor sogar Marktanteile. Allerdings verdiente das Unternehmen mit jedem verkauften Fahrzeug wieder mehr Geld. In der Folge stand im vergangenen Juli ein Halbjahresgewinn aus dem laufenden Geschäft in Höhe von 502 Millionen zu Buche. Details für das Gesamtjahr 2018 wollte die französische Opel-Muttergesellschaft PSA am Dienstagvormittag während einer Pressekonferenz am Sitz des Unternehmens in Rueil-Malmaison präsentieren.

          Nach dem ersten Jahresgewinn wendet sich Opel nun neuen Zielen zu. Wie PSA ebenfalls am Dienstag mitteilte, wird die deutsche Marke nach vier Jahren auf den russischen Markt zurückkehren. Produziert werden die Opel-Autos im PSA-Werk in Kaluga. Seine eigene Produktionsstätte in der nordrussischen Großstadt St. Petersburg hatte Opel vor vier Jahren geschlossen und rund 1000 Mitarbeiter entlassen.

          Insgesamt hat der PSA-Konzern im vergangenen Jahr mit seinem Autogeschäft unter den Marken Peugeot, Citroën und Opel beziehungsweise der britischen Tochtermarke Vauxhall gut 43 Milliarden Umsatz erwirtschaftet – ein Plus von 5,6 Prozent. Der operative Gewinn stieg um fast 22 Prozent auf mehr als 3,6 Milliarden Euro. Die Rendite betrug ohne die Marke Opel 8,4 Prozent, mit Opel waren es 7,6 Prozent.

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