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Kommentar : Blitz und Donner

  • -Aktualisiert am

Vor vier Wochen feierte Opel den ersten Gewinn seit fünf Jahren. Jetzt kündigt der Konzern Kurzarbeit für zwei deutsche Standorte an. Der Gegenwind war absehbar.

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          Es lohnt sich, auf Zwischentöne zu hören. Nur vier Wochen ist es her, da feierte der Autohersteller Opel seinen ersten Gewinn seit fünf Jahren. Einen Zwischengewinn, muss man der Fairness halber hinzufügen. Geschäftsführer Karl-Thomas Neumann, angetreten, den Karren aus dem Schlamm zu ziehen und sich seither in einer Reihe von Erfolgsmeldungen sonnend, ließ den Gewinn bejubeln.

          Freilich sprach er auch von Gegenwind, der aus dem austrittswilligen Großbritannien wehe und seiner Ahnung, derlei könne das Geschäft belasten. Nun wird aus der Ahnung Gewissheit, Opel kündigt Kurzarbeit an, weil der Kurs des Pfunds zum Euro die Gewinnrechnung verhagelt.

          Betroffen sind mitnichten die Werke der Schwestergesellschaft Vauxhall auf der Insel, sondern die deutschen Fabriken in Rüsselsheim und Eisenach, wo die Modelle Insignia und Corsa vom Band und gen Großbritannien geschickt werden.

          Zum Brexit-Bankrott dürfte sich gesellen, worüber Opel nicht spricht. Das betagte Mittelklasseauto Insignia steht vor der Ablösung, und vom noch frischen Corsa hat sich mancher auch größeren Erfolg versprochen. Das kurze Sommerhoch ist vorbei, es blitzt und donnert wieder über Rüsselsheim. Aber es konnte jenseits des Marketingklimbims auch niemand ernsthaft glauben, es werde einfach, Opel nachhaltig zu stabilisieren.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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