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Online-Sprachkurse : Corona nützt Sprachlern-App Babbel

Babbel-Chef Arne Schepker Bild: Foto Mirella Frangella

Das Berliner Unternehmen verzeichnet in der Krise einen starken Kundenzulauf. Die Pandemie hat auch Auswirkungen auf die Struktur der Nutzer.

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          Die Corona-Krise hat auch im Geschäft der Sprachlern-Anwendung Babbel Spuren hinterlassen. Doch während viele Unternehmen mit dem Ausbruch der Pandemie einen Geschäftsrückgang verzeichnen mussten, war es im Falle der Berliner Lesson Nine GmbH, die hinter Babbel steht, genau andersherum. Die Nutzerzahlen von Babbel stiegen stark an, nachdem im Laufe des März immer mehr Länder rund um die Welt Ausgangsbeschränkungen verhängt hatten.

          In Deutschland meldeten sich laut Babbel-Chef Arne Schepker dreimal so viele neue Nutzer an wie im vergleichbaren Zeitraum ein Jahr zuvor. In den von Corona stark betroffenen Ländern Spanien und Italien waren es zeitweise sogar fünfmal mehr neue Nutzer. Die Folge: Babbel hat in der vergangenen Woche einen für Anbieter von Sprachlern-Apps bisher nicht gekannten Meilenstein erreicht. Seit der Einführung seines kostenpflichtigen Angebots hat Babbel insgesamt zehn Millionen zahlende Kunden angelockt. Der Babbel-Konkurrent Duolingo hatte im April mitgeteilt, insgesamt eine Million Abonnementkunden zu haben.

          Die Lerner bleiben aktiver

          „Der große Nachfragesprung in der Corona-Pandemie beweist, dass die Menschen etwas Sinnvolles machen wollen, wenn sie plötzlich etwas mehr Zeit haben“, sagt Babbel-Chef Schepker, der das Unternehmen seit dem vergangenen November führt. „Für uns ist aber wichtig, dass unsere Kunden die Lerngewohnheiten beibehalten und im Durchschnitt auch heute noch mehr Zeit mit Babbel verbringen als noch vor einem Jahr.“ Die Lernaktivität, gemessen zum Beispiel an der Zahl der absolvierten Lektionen in der Woche, habe sich während der Ausgangsbeschränkungen in manchen Märkten verdoppelt und sei nach dem Ende der Lockdowns nicht wieder komplett auf den Ausgangswert zurückgegangen.

          Babbel beziehungsweise die Lesson Nine GmbH wurden im Jahr 2007 gegründet. Heute bietet das Unternehmen Kurse für insgesamt 13 Sprachen an, die sich per Smartphone, Tablet oder auf dem Computer absolvieren lassen. Seit dem Jahr 2012 verdient das Unternehmen Geld mit Abonnements. Hauptzielgruppe sind erwachsene Privatverbraucher. „Wir haben uns dem Endkundenmarkt und der Erwachsenenbildung verschrieben und sehen hier weiter großes Potential“, sagt Schepker. „Allerdings haben wir in der Corona-Krise auch gemerkt, dass unser Produkt bei jüngeren Kunden gut funktioniert. Das Durchschnittsalter der Kunden hat sich zum Beispiel in Deutschland leicht verjüngt. Das zeigt, dass während der Ausgangsbeschränkungen Sprachlernangebote der Schule oder der Universität durch Babbel ersetzt wurden.“

          In den Vereinigten Staaten angekommen

          Wie viel Umsatz Babbel aktuell erwirtschaftet, will der Chef nicht verraten. Laut den zuletzt veröffentlichten Geschäftsberichten im Bundesanzeiger waren es im Jahr 2017 rund 84 Millionen Euro und im Jahr 2018 gut 106 Millionen Euro. In beiden Jahren wies Babbel einen Fehlbetrag aus. Doch seit der Einführung des Abo-Systems hat das Unternehmen nach eigenen Abgaben noch in jedem Geschäftsjahr einen positiven Cash flow verzeichnet, das heißt, es fließen konstant mehr Mittel zu als abfließen.

          Ein Teil dieses Gelds kommt aus den Vereinigten Staaten, wo Babbel nach dem Einstieg vor rund acht Jahren mehr und mehr Fuß fasst. Auch in der Corona-Zeit stieg dort die Zahl der Neuverträge laut Schepker überproportional. Inzwischen ist das Land Babbels größter Markt, wenn es nach den Abo-Neuabschlüssen geht. „Wir haben lange gebraucht, um uns an den amerikanischen Markt zu gewöhnen. Inzwischen gewinnen wir dort jedes Jahr Marktanteile dazu, obwohl die Konkurrenz dort sehr groß ist.“

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