F.A.Z. exklusiv :
Krankenstand unter Klinikpersonal steigt rasant an

Lesezeit: 3 Min.
Pflegekräfte kümmern sich um einen Corona-Patienten. Doch in immer mehr Kliniken muss sich das Personal selbst krank melden.
Wegen der Omikron-Welle fehlen den meisten Kliniken in Deutschland Krankenschwestern und Pflegekräfte. Der Krankenstand ist deutlich höher als zu der Jahreszeit üblich. Betten müssen frei bleiben – und das hat Folgen.

Die starke Ausbreitung der Omikron-Variante verschärft die Personalnot in den Krankenhäusern in Deutschland. In einer aktuellen Blitzumfrage der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), die der F.A.Z. vorab vorliegt, berichten fast drei Viertel der Kliniken von höheren Personalausfällen als um diese Jahreszeit üblich. In mehr als jedem zehnten Krankenhaus sind die Personalausfälle sogar deutlich höher. In Zahlen bedeutet das:  Hier sind mehr als 20 Prozent mehr Mitarbeiter erkrankt als normalerweise im Winter.

Besonders hoch ist der Krankenstand unter den in der Corona-Pandemie ohnehin stark belasteten Pflegekräften. Jedes fünfte Krankenhaus gab an, es seien deutlich, also mehr als 20 Prozent,  mehr Mitarbeiter in der Pflege erkrankt als üblicherweise um diese Jahreszeit. In mehr als der Hälfte der Krankenhäuser waren es immerhin zwischen 5 und 20 Prozent mehr (siehe Grafik). Weniger angespannt sieht die Lage unter Ärzten und in patientenfernen Bereichen wie der Verwaltung und der Hauswirtschaft aus. Für die Umfrage hat das Deutsche Krankenhausinstitut im Auftrag der DKG Mitte der Woche eine nach eigenen Angaben repräsentative Stichprobe von 246 Krankenhäusern in Deutschland mit mindestens 50 Betten  befragt. 
Die Personalausfälle seien „aktuell ein deutlich größeres Problem als in normalen Jahren“, sagte der Vorstandsvorsitzende der DKG, Gerald Gaß.

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