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Interview mit der F.A.Z. : Allianz-Chef klagt: Wo ist Deutschlands Strategie?

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So sehen embryonale Stammzellen einer Maus aus. Bild: dpa

Weil hierzulande Stammzellenforschung verboten sei, wandere der Bereich nach Bulgarien ab. „Ich halte das für fundamental falsch, weil wir die Forschung nicht mehr kontrollieren können“, sagt Oliver Bäte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Und das ist nur ein Beispiel.

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          Der Vorstandsvorsitzende des Versicherers Allianz hat mit scharfen Worten die aus seiner Sicht fehlende Weitsicht der Politik kritisiert. „Wir reden derzeit in der Politik viel mehr darüber, wer ein Problem in diesem Land kreiert, als darüber, wie wir Zukunft schaffen“, sagte Bäte in einem Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Bäte bemängelt die niedrigen Investitionen der öffentlichen Haushalte und die Probleme bei großen Infrastrukturprojekten wie dem Berliner Flughafen. Eigentlich müsste aus Sicht des Managers eine Debatte darüber stattfinden, wie der Schaden wieder gut zu machen sei. Stattdessen werde versucht, von den eigentlichen Problemen abzulenken, sagte Bäte und nannte die SPD-Forderung für die Sondierungsgespräche nach einer Bürgerversicherung.

          Statt mehr Wettbewerb werde immer mehr Regulierung geschaffen. Deutschlands Wohlstand Speise sich derzeit aus den Reformen der späten Neunziger.

          Das Land drohe aber bei modernen Technologien den Anschluss zu verlieren. Weil hierzulande etwa Stammzellenforschung verboten sei, wandere der Bereich nach Bulgarien ab. „Ich halte das für fundamental falsch, weil wir die Forschung nicht mehr kontrollieren können.“

          Der Manager fragt gegenüber der F.A.Z. auch, wo die Industriestrategie für den Standort Deutschland bleibe. „Ich frage mich zumindest, wer in Berlin darüber nachdenkt, was in zehn Jahren die führenden Industrien und wie wir dort aufgestellt sein werden.“ Und er fügte hinzu: „Jeder amerikanische Präsident hat eine Kommission, die eine ökonomische Strategie für das Land erstellt und definiert, welche Technologien man beherrschen will. Die Chinesen machen es mit ihrer Hightech-Strategie „Made in China 2025“ nach und vielleicht noch besser. Und wir diskutieren über die Bürgerversicherung. Toll!“

          Das vollständige Gespräch mit Oliver Bäte lesen Sie in der heutigen Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung oder auf F.A.Z. Plus.

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