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Olaf Scholz sagt : „Ich weiß nicht, was Herr Merz so macht“

  • Aktualisiert am

Auch Olaf Scholz möchte Kanzler werden. Bild: dpa

Der SPD-Kanzlerkandidat kritisiert den Kandidaten für den CDU-Vorsitz nach dessen Kritik an Lehrern in der Corona-Pandemie und Kurzarbeit. Und äußert sich auch zu Nord Stream.

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          SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat die Äußerungen des CDU-Vorsitzkandidaten Friedrich Merz über Kurzarbeit und Lehrer in der Corona-Krise kritisiert. „Ich weiß nicht, was Herr Merz so macht“, aber viele Bürgerinnen und Bürger arbeiteten „sehr viel“, sagte der Bundesfinanzminister der „Augsburger Allgemeinen“. Er finde es auch nicht richtig, wenn jetzt „auf die Lehrer geschimpft wird“.

          Merz hatte sich besorgt darüber gezeigt, dass sich viele Deutsche in der Corona-Krise an ein „Leben ohne Arbeit“ gewöhnen könnten. „Wir müssen ein bisschen aufpassen, dass wir uns nicht alle daran gewöhnen, dass wir ohne Arbeit leben können“, sagte Merz am Sonntag in der Internetsendung „Bild live“. Besonders kritisch bewertete Merz die Situation an den Schulen: „Es bleiben einfach zu viele Lehrer zu Hause.“

          Merz will beim CDU-Parteitag im Dezember für die Nachfolge der Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer kandidieren. Um den Posten bewerben sich auch der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet und der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen.

          Für Scholz wiederum kommt derweil ein Baustopp für die deutsch-russische Gas-Pipeline Nord Stream 2 als Reaktion auf die Vergiftung des Kremlkritikers Alexej Nawalny nicht infrage. „Nord Stream ist ein privatwirtschaftliches Energieprojekt, an dem sehr viele Unternehmen beteiligt sind“, sagte er: „Es handelt sich aber nicht um ein staatliches deutsches Projekt. Und darum geht es doch.“ Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat einen Stopp der Pipeline als Reaktion auf Nawalnys Vergiftung bislang offen gelassen.

          Scholz wies Kritik aus den Vereinigten Staaten und osteuropäischen Staaten an der Pipeline zwischen Deutschland und Russland zurück. „Auch andere Länder, die uns jetzt gerade kritisieren, erhalten Gas aus Russland, und zwar gar nicht mal weniger als Deutschland“, sagte Scholz und ergänzte: „Wir sind im Übrigen nicht von den Gaslieferungen aus dieser Pipeline abhängig. Unsere Versorgung ist sehr diversifiziert.“

          Die Amerikaner drohen Sanktionen gegen Nord Stream 2 auszuweiten. Die Pipeline zwischen Russland und Deutschland durch die Ostsee ist fast fertig. Präsident Donald Trump kritisiert Nord Stream 2 seit Jahren und wirft Deutschland vor, es lasse sich militärisch vor Russland schützen, verschaffe Moskau aber gleichzeitig hohe Einnahmen aus Gasexporten. Kritiker werfen ihm vor, die Pipeline nur verhindern zu wollen, um mehr amerikanisches Flüssiggas in Europa verkaufen zu können.

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