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Olaf Scholz : Ein Finanzminister auf Abruf

Olaf Scholz Bild: dpa

Nach dem dramatischen Ausgang des Rennens um den SPD-Vorsitz ist klar: Die Zeit des „Olaf will es so“ ist vorbei. Selbst wenn Scholz Minister bleiben sollte.

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          Olaf Scholz wird in diesen Tagen gar nicht so viel laufen können, wie er Frust abbauen muss. Die SPD-Basis hat gesprochen. Und sie will andere an der Spitze der Partei: Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken haben die Stichwahl gewonnen – wenn auch mit einem alles andere als deutlichen Ergebnis. 53 Prozent stimmten für den früheren Finanzminister aus Düsseldorf und die Bundestagsabgeordnete aus dem Schwarzwald. Auf den Vizekanzler und Bundesfinanzminister mit seiner Partnerin Klara Geywitz entfielen 45 Prozent. Da sich kaum mehr als jedes zweite SPD-Mitglied an der Abstimmung beteiligt hat, stehen gerade 27 Prozent hinter dem neuen Duo, das Ende der Woche auf dem SPD-Parteitag offiziell gewählt werden soll.

          Wie wirkt sich das Mitgliedervotum auf die weitere Regierungsarbeit aus? Wie lange hält die schwarz-rote Koalition? Darf Scholz weitermachen? Will der Hamburger es überhaupt noch? Nach dem dramatischen Ausgang des parteiinternen Rennens gibt es Fragen ohne Ende. Vermutlich kennen selbst die Beteiligten noch nicht die Antworten. Walter-Borjans und Esken sind gewählt worden, weil sie einen Neuanfang versprochen haben. Beide haben die schwarz-rote Koalition zur Disposition gestellt, wenn auch mit unterschiedlicher Vehemenz. Sie werden kaum von heute auf morgen die SPD-Minister aus der Kabinett zurückziehen. Aber zum Einfach-so-Weiterregieren sind sie nicht angetreten. Selbst wenn Scholz im Amt bleiben sollte, ist er nicht mehr, was er bis Samstagabend war. Die Zeit des „Olaf will es so“ ist vorbei.

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