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Zuschlag für Galileo-System : Satellitenhersteller OHB zieht vor Gericht

Bis Ende 2024 sollen erste Satelliten der neuen Generation für das europäische Navigationssystem Galileo ins All befördert werden. Bild: Huart/dpa

Das Raumfahrtunternehmen OHB wurde bei der Ausschreibung um neue Satelliten für das europäische Navigationssystem Galileo nicht berücksichtigt. Die Bremer haben nun am Gericht der Europäischen Union (EUG) Klage eingereicht.

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          Für das Bremer Raumfahrtunternehmen OHB war es ein schwerer Schlag. Vor zwei Wochen hatten die EU-Kommission und die europäische Raumfahrtbehörde Esa dem börsennotierten Familienunternehmen mitgeteilt, dass es in der Ausschreibung um neue Satelliten für das Navigationssystem Galileo nicht zum Zuge kommt. Stattdessen vergab Brüssel die Aufträge im Wert von 1,47 Milliarden Euro an den deutsch-französischen Airbus-Konzern und die italienisch-französische Thales Alenia Space. Das Angebot der Bremer, die das System bisher praktisch im Alleingang aufgebaut hatten, sei nicht nur teurer, sondern auch schlechter gewesen als das der Konkurrenten, hieß es aus dem Umfeld der Kommission.

          Hendrik Kafsack

          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Christian Müßgens

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          OHB will diesen Beschluss offenbar nicht ohne Widerstand hinnehmen. Nach Informationen der F.A.Z. hat das Unternehmen eine Klage am Gericht der Europäischen Union (EUG) gegen die Vergabe eingereicht, woraufhin das Gericht die Vertragsunterzeichnung mit Airbus und Thales vorerst ausgesetzt hat. Wie genau der Einspruch begründet wird, wurde zunächst nicht bekannt. Auch ist völlig offen, ob OHB eine Chance hat, über den Gerichtsweg doch noch an den Auftrag zu kommen oder zumindest beteiligt zu werden. Das Unternehmen bestätigte am Mittwoch, dass Klage eingereicht wurde. Darüber hinaus wollte sich ein Sprecher nicht äußern.

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