https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/ohb-klagt-gegen-die-vergabe-fuer-das-satellitenprojekt-galileo-17180118.html

Zuschlag für Galileo-System : Satellitenhersteller OHB zieht vor Gericht

Bis Ende 2024 sollen erste Satelliten der neuen Generation für das europäische Navigationssystem Galileo ins All befördert werden. Bild: Huart/dpa

Das Raumfahrtunternehmen OHB wurde bei der Ausschreibung um neue Satelliten für das europäische Navigationssystem Galileo nicht berücksichtigt. Die Bremer haben nun am Gericht der Europäischen Union (EUG) Klage eingereicht.

          2 Min.

          Für das Bremer Raumfahrtunternehmen OHB war es ein schwerer Schlag. Vor zwei Wochen hatten die EU-Kommission und die europäische Raumfahrtbehörde Esa dem börsennotierten Familienunternehmen mitgeteilt, dass es in der Ausschreibung um neue Satelliten für das Navigationssystem Galileo nicht zum Zuge kommt. Stattdessen vergab Brüssel die Aufträge im Wert von 1,47 Milliarden Euro an den deutsch-französischen Airbus-Konzern und die italienisch-französische Thales Alenia Space. Das Angebot der Bremer, die das System bisher praktisch im Alleingang aufgebaut hatten, sei nicht nur teurer, sondern auch schlechter gewesen als das der Konkurrenten, hieß es aus dem Umfeld der Kommission.

          Hendrik Kafsack
          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.
          Christian Müßgens
          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.
          Christian Schubert
          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland.

          OHB will diesen Beschluss offenbar nicht ohne Widerstand hinnehmen. Nach Informationen der F.A.Z. hat das Unternehmen eine Klage am Gericht der Europäischen Union (EUG) gegen die Vergabe eingereicht, woraufhin das Gericht die Vertragsunterzeichnung mit Airbus und Thales vorerst ausgesetzt hat. Wie genau der Einspruch begründet wird, wurde zunächst nicht bekannt. Auch ist völlig offen, ob OHB eine Chance hat, über den Gerichtsweg doch noch an den Auftrag zu kommen oder zumindest beteiligt zu werden. Das Unternehmen bestätigte am Mittwoch, dass Klage eingereicht wurde. Darüber hinaus wollte sich ein Sprecher nicht äußern.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Droht dem Westen: Der russische Präsident Wladimir Putin am 21. September 2022

          Putins neue Drohungen : Szenarien für den nuklearen Ernstfall

          Putin hat schon früher mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht. Diesmal sagt er, er bluffe nicht. Washington hat dafür Szenarien ausgearbeitet und Moskau gewarnt.
          Gas geben: Minister Habeck hat ein Konsortium mit TES-Geschäftsführer Alverà (rechts) ausgewählt, um in Wilhelmshaven ein schwimmendes LNG-Terminal zu bauen.

          Gasexperte Alverà : „Es gäbe genügend Gas für Europa“

          In diesem Jahr gibt Europa 1000 Milliarden Euro zusätzlich für seine Energie aus. Der Gasexperte Marco Alverà hat ein Rezept, wie Europa seine Gasversorgung schnell stabilisieren kann.
          Ein städtischer Wideraufbautrupp in Mykolaiv 60 Kilometer südöstlich von Cherson Ende August

          „Referenden“ in der Ukraine : „Ich gehe da nicht hin“

          Putin will Russlands Eroberungen im Osten und Süden der Ukraine annektieren. Dafür soll es jetzt fingierte Volksabstimmungen geben, aber eine Frau in Cherson sagt Nein. Ein Protokoll.