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F.A.S. exklusiv : Grünen-Chef Özdemir kandidiert nicht für Fraktionsvorsitz

Cem Özdemir (rechts) lässt Anton Hofreiter den Vortritt. Bild: dpa

Lange war spekuliert worden, ob Cem Özdemir gegen Toni Hofreiter um den Vorsitz der Bundestagsfraktion antreten wird. Im Gespräch mit der F.A.S. räumt der Grüne jetzt ein, er habe keine Chance.

          Der Vorsitzende der Partei „Bündnis 90/Die Grünen“ Cem Özdemir wird sich nicht um den Vorsitz der grünen Bundestagsfraktion bewerben. Lange war spekuliert worden, ob Özdemir, der „Realo“, am kommenden Freitag gegen den „Linken“ Toni Hofreiter antreten werde. Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.) sagte Özdemir jetzt: „Ich habe erkennbar keine Mehrheit. Das muss ich akzeptieren.“ Ein Meinungsbild in der Fraktion hat Parteikreisen zufolge ergeben, dass Özdemir allenfalls auf 40 Prozent der Stimmen gekommen wäre; die Mehrheit geht an Hofreiter. Özdemir, dessen Amtszeit als Parteivorsitzender Ende Januar endet, macht keinen Hehl daraus, dass er gerne die Fraktion angeführt hätte: „Ich verheimliche keineswegs, dass ich gerne Fraktionsvorsitzender geworden wäre.“

          Rainer Hank

          Freier Autor in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Nicht ohne Verbitterung beklagt Özdemir, der auf der Beliebtheitsskala deutscher Politiker derzeit auf Platz zwei rangiert, dass der Blick der Bundestagsfraktion sich „derzeit eher nach innen als nach außen“ richte: „Da zählt nicht primär politische Leistung oder ein erfolgreicher Bundestagswahlkampf.“ Künftig will der Grünenpolitiker als einfacher Abgeordneter sich Gehör verschaffen: „Dazu zählt auch mutig zu sein und nicht jedes Papier in fünfzehn bis achtzehn Fassungen zum langweiligen Konsens weichzuspülen.“

          Das vollständige Interview mit Cem Özdemir lesen Sie ab 20 Uhr im E-Paper sowie in der gedruckten Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Eine abermalige Bewerbung um den Parteivorsitz schließt Özdemir im F.A.S.-Gespräch aus. Er unterstütze die Kandidatur von Robert Habeck und Annalena Baerbock beim Parteitag Ende Januar. Zu seiner Ko-Vorsitzenden Simone Peter, die weitermachen will, sagte Özdemir, es sei Zeit „für neue Ideen an der Parteispitze“. Für den Fall, dass die Sondierungen für eine große Koalition scheitern und Neuwahlen kommen, geht Özdemir davon aus, dass er wieder als Spitzenkandidat ins Rennen gehen werde: „Die Basis hat mich neben Katrin Göring-Eckardt zum Spitzenkandidaten gekürt. Das gilt unverändert.“

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