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Ölpreisverfall : Amerika verhandelt nicht mit Russland und Saudi-Arabien

  • Aktualisiert am

In den Vereinigten Staaten wurden zuletzt immer mehr Ölpumpen installiert. Bild: dpa

Das Weiße Haus fordert die beiden Parteien stattdessen auf, sich untereinander zu einigen. Derweil redet Präsident Trump mit Managern großer amerikanischer Ölfirmen über Maßnahmen, um den „Liquiditätsschock“ der Energieindustrie schnell zu beheben.

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          Die amerikanische Regierung führt einem Insider zufolge keine Verhandlungen mit Saudi-Arabien oder Russland über ein Abkommen zur Drosselung der Ölförderung. Das Weiße Haus möchte, dass die beiden Parteien sich untereinander einigen. Das sagte der amerikanische Energieminister Dan Brouillette in einer Telefonkonferenz mit Managern der amerikanischen Öl-Industrie, wie eine Person, die den Anruf mithörte, gegenüber Reuters erklärte.

          Das Weiße Haus ermutige Russland und Saudi-Arabien zu einer Einigung, betonte Brouillette. Er ergänzte, der amerikanische Präsident Donald Trump sei optimistisch, dass in wenigen Tagen eine Übereinkunft erzielt werden könne. Trump lud am Freitag Führungskräfte großer amerikanischer Ölkonzerne ins Weiße Haus ein, um mit ihnen die Auswirkungen des Ölpreisverfalls zu besprechen. Nach dem Treffen sagte Trump, seine Regierung werde dafür sorgen, dass die amerikanische Ölindustrie in „guter Verfassung“ bleibe.

          Die Preise am Ölmarkt sind in diesem Jahr um etwa zwei Drittel gesunken, da der Ausbruch des Coronavirus die Nachfrage nach Treibstoff drückt und die großen Produzenten Saudi-Arabien und Russland einen Preiskrieg führen.

          Trump will Zugang zu Krediten erweitern

          Brouillette sagte dem Insider zufolge in der breit angelegten Telefonkonferenz mit Vertretern der Öl-Industrie, dass Trump ihn angewiesen habe, mit Finanzminister Steven Mnuchin zusammenzuarbeiten. Gemeinsam sollen Möglichkeiten gesucht werden, um den „Liquiditätsschock“ der Energieindustrie sofort zu beheben. Die Maßnahmen könnten eine Lockerung der Bankvorschriften beinhalten, um den Zugang der Ölindustrie zu Krediten zu erweitern. Die Vereinigten Staaten sind in den vergangenen Jahren zum größten Ölproduzenten der Welt geworden. Allerdings leiden vor allem die amerikanischen Firmen unter den niedrigen Ölpreisen, da sie höhere Förderkosten haben als ihre Konkurrenten auf der arabischen Halbinsel oder in Russland.

          Vor dem Treffen mit den Managern der Ölindustrie hatte Trump erklärt, Russlands Präsident Wladimir Putin und der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman wollen den Ölmarkt stabilisieren. Die großen Rohöl-Förderländer der Opec+ – die Opec-Staaten sowie ölreiche Länder wie Russland – denken Insidern zufolge bereits über eine drastische Reduzierung der Produktion zur Stabilisierung der Preise nach. Im Gespräch sei eine Drosselung um zehn Millionen Barrel (Fass zu je 159 Liter) pro Tag. Die russische Nachrichtenagentur Ria hatte unter Berufung auf das Energieministerium Aserbaidschans gemeldet, die Opec+ wolle am Montag über ihre Förderpolitik beraten.

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