https://www.faz.net/-gqe-8ga0z

Nach Raffinerieunfall : Ölpest bei Genua löst sich auf

  • Aktualisiert am

Eine Öl-Sperre auf dem Fluss Polcevera Bild: dpa

Eine Ölpipeline in der Nähe von Genua in Norditalien platzt. Öl fließt in die umliegenden Gewässer und verschmutzt benachbarte Strände. Jetzt lösen sich die Ölschlieren langsam auf.

          1 Min.

          Nach einem Raffinerieunfall in der Nähe der norditalienischen Hafenstadt Genua soll die Situation wieder unter Kontrolle sein. „In Genua ist das Schlimmste vorbei. Die Notlage kommt zum Ende, und die Strände Liguriens sind vor einer Ölverschmutzung sicher“, sagte Giovanni Toti, Regionalpräsident von Ligurien, am Sonntag dem Sender TG4.

          Vor einer Woche war eine unterirdische Pipeline geborsten, die die Raffinerie mit dem Hafen verbindet. Dabei floss Öl in zwei Kanäle und den Fluss Polcevera und soll Strände nahe der Mündung des Stroms verseucht haben. Von den 500 Tonnen des ausgeflossenen Öls sollen etwa zehn Prozent ins Meer gelangt sein.

          „Kein Desaster, aber ein ernsthafter Zwischenfall“

          Der Küstenwache zufolge lösen sich sechs Ölflecken auf dem Mittelmeer langsam auf. Drei etwa 600 Meter lange und 100 Meter breite Ölflecken befinden sich demnach rund 25 Kilometer westlich der Flussmündung des Polcevera. Drei weitere Ölflecken von 3,7 bis 5,5 Kilometern Länge und wenigen Metern Breite hätten sich nach Westen in Richtung der Hafenstädte Savona und Imperia bewegt. Auch Teer sei in der Nähe von Savona an Land gespült worden.

          Einsatzkräfte hatten am Samstag in der Umgebung von Genua gegen die Ölpest gekämpft, wo heftiger Regen eine Sperre zerstört hatte, die eine Ausbreitung des ausgeflossenen Öls verhindern sollte.

          Kritiker der Ölförderung sehen den Unfall als Warnung. „Was passiert ist (...), ist zwar kein Desaster, aber ein ernsthafter Zwischenfall. Es hätte nicht passieren dürfen. Sicherheitssysteme haben versagt. Es zeigt, (...) dass man das Öl am besten im Boden lässt“, sagte der Umweltchemiker Federico Valerio der Tageszeitung „La Repubblica“.

          Obwohl nur wenig Öl ins Meer gelangt sei, werde der Kanal in der Nähe des Unglücksorts noch „monatelang, wenn nicht jahrelang“ verseucht bleiben.

          Kritiker beklagten auch eine verspätete Reaktion auf den Unfall. „Die Barrieren sind wahrscheinlich nicht so schnell errichtet worden, wie man es erwartet hätte“, sagte der Bürgermeister von Genua, Marco Doria, dem regionalen Fernsehsender Telenord.

          Die Raffinerie Iplom musste ihren Betrieb bis auf Weiteres einstellen und einigte sich mit den Gewerkschaften auf eine vorläufige Freistellung von 240 ihrer 252 Mitarbeiter. „Es ist ein schwieriger Augenblick für uns alle“, hatte der Firmenchef am Freitag eingeräumt.

          Weitere Themen

          Unerwartetes Wirtschaftswachstum Video-Seite öffnen

          „moderat aber positiv“ : Unerwartetes Wirtschaftswachstum

          Nach dem historischen Einbruch in der Corona-Krise ist die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal wieder kräftig gewachsen. Für Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) liegen diese Zahlen „weit oberhalb der Erwartungen“.

          Topmeldungen

          Kapazitätserhöhung in Person: Vanessa Op te Roodt im Labor in Ingelheim

          Immer mehr Corona-Tests : Deutschlands Labore sind am Limit

          Die Labore in Deutschland werten immer mehr Corona-Tests aus und verdienen gut daran. Doch nun schlagen Laborärzte Alarm: Noch mehr Untersuchungen seien unmöglich. Muss die Teststrategie geändert werden?
          Der belgische Premierminister Alexander De Croo informiert die Bürger nach den Beratungen über verschärfte Corona-Maßnahmen am Freitagabend.

          Corona-Spitzenreiter : Belgien scheut den Lockdown

          Belgien hat die höchste Infektionsrate in Europa. Die Maßnahmen werden verschärft, aber einen Lockdown wird es vorerst nicht geben. Aus Sicht von Fachleuten ist das viel zu wenig.
          Der republikanische Senator Lindsey Graham spricht am 17. Oktober auf einer Wahlkampfkundgebung

          Senatswahl in Amerika : Die Angst der Republikaner

          Können die Demokraten Weißes Haus, Repräsentantenhaus und Senat in ihre Hand bringen? Die Republikaner fürchten den Verlust ihrer Mehrheit, weil sogar einst sichere Sitze in Gefahr sind.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.