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Ausbau des Elektrizitätsnetzes : Ökostromumlage sinkt nächstes Jahr – ein bisschen

  • -Aktualisiert am

Durch die Umlage zur Förderung des Ökostroms gibt es geringe Einsparungen, welche jedoch durch die steigende Kosten für den Ausbau des Elektrizitätsnetzes unbemerkt bleiben werden. Bild: dpa

Eigentlich könnten sich die Verbraucher freuen: Die Ökostromumlage wird sinken, immerhin ein bisschen. Trotzdem müssen sich Stromkunden eher auf steigende Ausgaben für die Elektrizität einstellen. Wie kann das sein?

          Die Umlage zur Förderung des Ökostroms sinkt im nächsten Jahr. Doch fällt der Rückgang mit etwa 0,1 Cent nur gering aus. Damit kostet die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ab Januar aufgerundet 6,8 Cent je Kilowattstunde, aktuell sind es 6,9 Cent. Das hat diese Zeitung aus Branchenkreisen erfahren. Die Betreiber des Stromnetzes werden die neue Umlagehöhe am Montag nach Absprache mit dem Wirtschaftsministerium und der Bundesnetzagentur vorlegen.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Stromkunden, die die Umlage per Stromrechnung bezahlen, müssen sich gleichwohl eher auf steigende Ausgaben für die Elektrizität einstellen. Das liegt an den Netzkosten, die rund ein Viertel der Stromrechnung ausmachen und damit die Kosten für die Förderung von Wind- und Photovoltaik überholt haben. Denn der durch die Energiewende notwendige Netzausbau und deren Stabilisierung sind teuer.

          Bei den Berechnungen der Netzbetreiber, die Mitte Oktober die Umlage für das nächste Jahr festlegen, haben zwei Komponenten eine dämpfende Rolle gespielt. Zum einen ist dies der höhere Preis für Elektrizität an der Strombörse. Da der Ökostrom teurer verkauft wird, sinkt sein Finanzierungsbedarf. Die Differenz zur garantierten Förderung schrumpft, die Umlage und ihre Zahler werden weniger beansprucht. Auch hat sich auf dem Konto für die Abrechnung der Umlage ein Polster von mehr als drei Milliarden Euro gebildet. Anderseits gehen auch im nächsten Jahr neue Photovoltaik- und Windkraftwerke in Betrieb. Darunter sind wieder viele auf hoher See, die eine besonders hohe anfängliche Förderung genießen. Die erwarteten zusätzlichen Ausgaben werden nach Einschätzung der Fachleute die erhofften Minderungen fast ausgleichen, weshalb sie nur eine kleine Absenkung der EEG-Umlage vorsehen.

          Die Umlage ist seit langem ein Politikum. Alle Parteien und viele Lobbygruppen haben Pläne, sie zu senken. Zur Gegenfinanzierung werden viele Vorschläge gemacht: Sie reichen von der Steuerfinanzierung etwa für neue Anlagen über die Auslagerung der zugesagten Förderung in dreistelliger Milliardenhöhe in einen schuldenfinanzierten Fonds bis hin zur Kostenbeteiligung anderer Wirtschaftssektoren. So könnten die Autofahrer zur Finanzierung herangezogen werden, sollen sie doch künftig auf Basis von Ökostrom fahren.

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