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Sinkende Ökostrom-Umlage : Die Preisfrage der Energiewende

  • -Aktualisiert am

Windräder in Hessen: Die EEG-Umlage soll im kommenden Jahr sinken. Bild: dpa

Selbst mit einer geringeren Ökostromumlage wird der Strompreis in Deutschland immer noch hoch bleiben. Es wird Zeit, Einnahmen aus der CO2-Bepreisung zurückzuzahlen.

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          So stark die Energiekosten zuletzt auch gestiegen sind, so erfreulich sind geringere Stromabgaben. Wenn im kommenden Jahr die Umlage nach dem Erneuerbaren-Energie-Gesetz (EEG) um einige Cent sinkt, wird das der Verbraucher gewiss zu schätzen wissen.

          Doch auch mit einer Abgabe von 3,7 Cent statt 6,5 Cent, die den Ökostrom subventioniert, wird der Strompreis in Deutschland immer noch zu den Spitzenreitern in Europa und dem Rest der Welt zählen. Der Anteil von staatlichen Steuern und Abgaben beträgt rund die Hälfte des durchschnittlichen Strompreises für die privaten Haushalte hierzulande von zuletzt mehr als 30 Cent je Kilowattstunde.

          Auch wenn ein hoher Strompreis zum Energiesparen verleiten sollte, kommt es für die deutsche Wirtschaft und ihre zunehmende Elektrifizierung auf einen niedrigen Strompreis an – wie für den Ausbau der Elektromobilität. Mehr Klimaschutz braucht darum vor allem mehr Windräder, Photovoltaikanlagen und andere Ökoenergie mitsamt dem bedeutsamen Ausbau von Stromleitungen im ganzen Land. Dabei darf ein niedriger Strompreis aber nicht aus dem Blick geraten.

          Klimaschutz kostet

          Am besten hilft ein möglichst weitreichender Emissionshandel, um Kohlendioxid (CO2) und andere Treibhausgasemissionen dort zu senken, wo dies am wenigsten kostet. Dass dadurch fossile Energieträger wie Benzin, Kohle und auch Erdgas künftig teurer werden, sollte nicht verzögert, sondern angenommen werden – das bringt gerade das marktwirtschaftliche Element eines CO2-Preises mit sich.

          Auch deswegen wird es Zeit, dass die Politik die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung an die Bürgern zurückzahlt. Dass Klimaschutz allerdings günstig zu haben sein wird, das sollte wiederum so leicht keiner glauben.

          Jan Hauser
          Redakteur in der Wirtschaft.

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