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Debatte um Ökostromförderung : Es ginge jetzt schon ohne EEG-Umlage

Windrad neben einer Hochspannungsleitung in der Nähe von Rehna, Nordwestmecklenburg Bild: Jens Büdpa

Finanziell wäre die Abschaffung des Zuschlags für Ökostrom, die EEG-Umlage, schon jetzt ohne Probleme möglich. Im vorigen Jahr übertrafen die Einnahmen die Ausgaben um mehr als 15 Milliarden Euro.

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          Die Abschaffung des Zuschlags für Ökostrom, der EEG-Umlage, ließe sich ohne Schwierigkeiten jetzt schon finanzieren. Nach Angaben der vier großen Übertragungsnetzbetreiber überstiegen im vergangenen Jahr die Einnahmen zur Förderung erneuerbarer Energien die Ausgaben um mehr als 15 Milliarden Euro. Ende 2020 hatte es noch ein Minus von 4,4 Milliarden gegeben, sodass der Stand auf dem sogenannten EEG-Konto jetzt plus 10,6 Milliarden beträgt. Das entspricht in etwa den Bundeszuschüssen des vergangenen Jahres von 10,8 Milliarden Euro.

          Christian Geinitz
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin

          Eigentlich wollte die Bundesregierung die zu Jahresbeginn bereits reduzierte EEG-Umlage erst 2023 ganz abschaffen. Es kristallisiert sich aber heraus, dass das schon 2022 passieren könnte, um die hohen Strompreise zu drücken. Jeder Privathaushalt und viele Gewerbekunden müssen diese Sonderzahlung aufbringen, sie macht mehr als ein Zehntel des Endverbraucherpreises aus. 2021 betrug die Umlage 6,5 Cent je Kilowattstunde, jetzt sind es 3,7 Cent. Zuletzt war der Aufschlag vor zehn Jahren niedriger.

          Wie die Netzbetreiber 50 Hertz, Amprion, Tennet und Transnet-BW melden, brachte die EEG-Umlage im vergangenen Jahr 22,6 Milliarden Euro ein, 600 Millionen weniger als 2020. Sie ist dafür da, die Differenz zwischen Marktpreisen und der festen Einspeisevergütung der Ökostromanbieter auszugleichen. Doch haben sich deren Einnahmen aus dem Stromhandel innerhalb eines Jahres von 1,1 auf 3,1 Milliarden Euro verdreifacht, sodass das Anzapfen der Umlage weniger nötig war.

          Im ersten Corona-Jahr 2020 hatten hingegen die Stromnachfrage und die Preise noch stark abgenommen, und es hatte keinen Bundeszuschuss gegeben. Damals beliefen sich die Gesamteinnahmen auf dem EEG-Konto auf knapp 25 Milliarden und die Ausgaben auf 31 Milliarden Euro. Hingegen betrugen die Werte für 2021 dann rund 37 und 22 Milliarden Euro.

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