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Französischer Ökonom Artus : „Deutschland setzt auf die Industrien von gestern“

Industrie von gestern? Mitarbeiter arbeiten in Wolfsburg am neuen VW Golf. Bild: dpa

Weniger Produkte, mehr Dienstleistungen: Die Industrie ändert sich und die Unternehmen in Deutschland orientieren sich völlig falsch – meint Patrick Artus. Im F.A.Z.-Interview erklärt der französische Ökonom, warum sein Bild von der Bundesrepublik so düster ist.

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          Herr Artus, Sie sind einer der Ökonomen, die Deutschlands wirtschaftliche Lage als besonders bedrohlich ansehen. Warum ist das so?

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          Deutschland befindet sich in einer strukturellen, nicht konjunkturellen Krise. Denn die Spezialisierung seiner Industrie ist sehr ungünstig: Auto, Chemie und Maschinenbau stehen für 7,2 Prozent der Beschäftigung. In Frankreich sind es nur 1,8 Prozent. Diesen Industriebereichen geht es sehr schlecht, denn sie setzen auf die Produkte von gestern.

          Kann sich die Lage nicht bald schon wieder drehen?

          Wir erleben einen strukturellen Umbruch weg von einer Welt der Industrie zu einer Welt der Dienstleistungen. Hinzu kommen die neuen Anforderungen an Umwelt- und Klimaschutz. Dieselautos, von denen die deutschen Hersteller noch stark abhängen, will heute niemand mehr kaufen. Für Plastik, auf das die deutsche Chemieindustrie noch stark setzt, gilt jetzt das Ziel, 90 Prozent zu recyceln. Dann braucht man praktisch kein neues Plastik mehr. Auch die Landwirtschaft, die künftig biologischer sein wird, braucht weniger Agrarchemie.

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