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Wohlstandsindex : Die Deutschen leben gut

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Ein lachendes Kind, aufgenommen 2010 in Frankfurt / Oder. Bild: dpa

Deutschland geht es viel besser als vor zehn Jahren, stellen internationale Statistiker fest. Gleichzeitig gibt es so manche Ungleichheit – und dabei geht es nicht unbedingt ums Geld.

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          Deutschland geht es gut, aber einige Leute müssen dafür ziemlich viel arbeiten – so zeigt es ein neuer Bericht der Industrieländerorganisation OECD. In praktisch allen untersuchten Kategorien hat sich Deutschland in den Jahren zwischen 2005 und 2015 verbessert oder zumindest seine Position gehalten, zeigt die Auswertung der Statistiker.

          In ihrem Bericht „How's Life?“ („Wie lebt es sich?“) vergleicht die OECD ihre Mitgliedsländer nicht nach Bruttoinlandsprodukt, sondern nach vielen anderen Wohlstandsmaßen: Einkommen, Lebenszufriedenheit, gesellschaftliches Vertrauen, Forschungsinvestitionen, Bildung, Umweltzustand oder ehrenamtliches Engagement.

          Große Ungleichheiten – dabei geht es nicht unbedingt ums Geld

          Dabei hat Deutschland seine Position in den betrachteten zehn Jahren tatsächlich deutlich verstärkt: wirtschaftliche Kriterien wie Einkommen oder Verschuldung haben sich auf breiter Front verbessert, aber auch in anderen Kategorien wie dem Politikvertrauen und dem CO2-Ausstoß steht Deutschland im Vergleich zu den anderen Ländern heute besser da als vor zehn Jahren. Nur in zwei Kategorien habe sich Deutschland verschlechtert: der Verschuldung der Banken und der Wahlbeteiligung.

          Allerdings gibt es in Deutschland auch relativ große Ungleichheiten. Die beziehen sich nur teilweise aufs Geld. Tatsächlich steht Deutschland, was die Einkommensverteilung angeht, im OECD-Vergleich durchschnittlich da. Schon lange wird auch darüber gesprochen, dass die Vermögen relativ ungleich verteilt sind – das liegt auch an statistischen Eigenheiten des deutschen Rentensystems.

          Die OECD nennt aber weitere Ungleichheiten, die bislang selten diskutiert worden sind, zum Beispiel die Arbeitszeiten: Rund jeder siebte Deutsche arbeitet mehr als 50 Stunden die Woche, während andere viel weniger arbeiten – unter den Industrieländern ist das eine relativ große Diskrepanz, die Statistiker stellen für diese Menschen einen eklatanten Mangel an Freizeit fest. Auch das Gefühl, Einfluss auf die Regierung zu haben, ist in Deutschland relativ ungleich verteilt.

          Generell zeichnet die OECD ein gutes Bild des Landes. Echten Mangel gebe es nur in sehr wenigen Kategorien. Das gelte auch für Migranten. Als Migranten definiert die OECD dabei alle, die in einem anderen Land geboren wurden, als sie jetzt leben. Zwar gehe es Migranten in Deutschland nicht so gut wie der einheimischen Bevölkerung, das sei in vielen Ländern der Fall. Nur was den Schulbesuch angehe, seien Migranten in Deutschland weit hinter der einheimischen Bevölkerung. Gleichzeitig zeigt ein Überblick der OECD: Deutschland hat besonders wenige gebildete Migranten verglichen mit anderen Ländern, dafür besonders viele mit schlechten Bildungsabschlüssen.

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