https://www.faz.net/-gqe-9qiv0

„Sehen Vorteile“ : OECD befürwortet Vermögensteuer in Deutschland

  • Aktualisiert am

Euro-Geldscheine mit unterschiedlichen Werten Bild: dpa

Die Industriestaaten-Organisation kann der Idee, große Vermögen zu besteuern, durchaus etwas abgewinnen. Denn insbesondere in der Bundesrepublik sei Vermögen sehr ungleich verteilt.

          1 Min.

          Die Industriestaaten-Organisation OECD spricht sich für eine Vermögensteuer in Deutschland aus. „Grundsätzlich sehen wir bei der OECD Vorteile in einer Vermögensbesteuerung“, sagte die Deutschland-Expertin der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Nicola Brandt, am Dienstag. Hauseigene Studien zeigten, „dass sie weniger verzerrend wirkt und damit weniger negative Effekte auf das Wirtschaftswachstum hat als zum Beispiel eine hohe Besteuerung von Arbeitseinkommen“, erklärte Brandt. „Sie ist auch in der Regel verteilungsgerecht, weil Vermögen insbesondere in Deutschland sehr ungleich verteilt sind.“

          Das SPD-Präsidium hatte sich am Montag für die Wiedereinführung der Vermögenssteuer ausgesprochen und Eckpunkte beschlossen. Der kommissarische SPD-Co-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel betonte, dass die SPD relativ hohe Freibeträge anstrebe, damit wirklich nur Multimillionäre und Milliardäre zur Kasse gebeten würden. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier lehnte das Vorhaben ab. Eine Vermögensteuer verhindere Investitionen und gefährde Arbeitsplätze, sagte der CDU-Politiker am Dienstag im Deutschlandfunk.

          „In Deutschland befürworten wir konkret eine höhere Besteuerung von Grund und Boden durch Aktualisierung ihrer Bewertung, die als Steuerbemessungsgrundlage herangezogen wird“, betonte hingegen OECD-Expertin Brandt. „Es gibt auch Raum für eine höhere Erbschaftssteuer, auch für Familienunternehmen.“ Die Zahlungen müssten aber richtig organisiert und genügend Zeit dafür eingeräumt werden.

          Weitere Themen

          NRA beantragt Gläubigerschutz Video-Seite öffnen

          Waffenlobby : NRA beantragt Gläubigerschutz

          Die einflussreiche Waffenlobbyorganisation National Rifle Association geht in den Konkurs. Damit will die NRA nach eigenen Angaben einem drohenden Auflösungsverfahren durch die Staatsanwaltschaft an ihrem Sitz in New York entgehen

          Der Samsung-Erbe muss ins Gefängnis

          Nach Bestechungsprozess: : Der Samsung-Erbe muss ins Gefängnis

          In einem Bestechungsprozess um Reitpferde und eine Unternehmensfusion hat das Obergericht in Seoul den faktischen Samsung-Chef Lee Jae-yong zu 30 Monaten Haft verurteilt. Dem großen Elektronikkonzern geht damit zeitweise die strategische Führung abhanden.

          Topmeldungen

          Neuer CDU-Chef : Zurück zur Marktwirtschaft

          Die CDU braucht ein stärkeres Profil in der Wirtschaftspolitik, um die Zukunft zu gewinnen. Das wird nur im Team zu schaffen sein.
          Eine Fußball-EM in ganz Europa wirkt im Moment wie eine Idee aus einer anderen Zeit.

          Bizarre Pläne für die EM : Das riskante Spiel des Fußballs

          Während die Infektionszahlen rapide steigen, machen bizarre Pläne zur Rettung der Europameisterschaft die Runde. Doch die Gedankenspiele gehen an der Realität der Pandemie vorbei. Forderungen nach einer Verschiebung werden lauter.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.