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Amerikanische Präsidenten : Erst das Amt, dann der Reichtum

Finanziell können sich die Obamas eigentlich schon lange zurücklehnen. Aber warum ausruhen, wenn sich mit dem Status auch Geld verdienen lässt? Bild: Picture-Alliance

Der eine verlässt das weiße Haus im Plus, der andere mit einem Schuldenberg. Das hält weder Clinton noch Obama davon ab sich den Ruhestand zu vergolden. Doch ein Vize-Präsident toppt beide.

          4 Min.

          Am 13. November beginnt Michelle Obama, die ehemalige First Lady der Vereinigten Staaten, eine Lesereise durch zehn Sportarenen. Sie will damit ihre an jenem Tag in 24 Sprachen erscheinenden Memoiren „Becoming“ bewerben und Geld verdienen. In Washington liest sie in der für diese Zwecke verkleinerten „Capital One“ Arena, wo sonst die Basketballspieler oder Showgrößen wie zuletzt Elton John Vorstellungen geben. Die Karten für die exklusive Veranstaltung kosten hier zwischen 695 Dollar und 2750 Dollar in der VIP-Klasse. Die Gäste mit den teuersten Tickets treffen Michelle Obama nach der Lesung, können sich mit ihr fotografieren lassen, bekommen die persönlich signierten Memoiren und sitzen ganz weit vorne. Zehn Prozent der Erlöse spenden der Veranstalter und Michelle Obama für gute Zwecke.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Die Lesereise zeigt das Geschäftsmodell der Obamas im Modus Operandi. Vor einem Jahr war bekanntgeworden, dass Barack Obama und seine Frau einen außergewöhnlichen Vertrag mit dem Verlag Penguin Random House geschlossen hatten. Jeder der beiden schreibt ein Buch und wirbt dafür. Zusammen soll das berühmte Paar 65 Millionen Dollar dafür bekommen haben, berichtete die „Financial Times“. Die Bertelsmann-Tochtergesellschaft Random House hat den Betrag nie bestätigt, man kennt die Höhe der Summe trotzdem annähernd, weil die Buchrechte in einem Bieterwettbewerb versteigert wurden. Die Unterlegenen haben geredet.

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