https://www.faz.net/-gqe-o95x

Nutzfahrzeuge : Daimler-Chrysler übernimmt Mehrheit an Mitsubishi Fuso

  • Aktualisiert am

Daimler-Chrysler übernimmt nach Informationen aus Unternehmenskreisen die Mehrheit am japanischen Nutzfahrzeughersteller Mitsubishi Fuso. Fuso wolle weitere 42 Prozent an Daimler-Chrysler verkaufen.

          Der deutsch-amerikanische Autohersteller Daimler-Chrysler will nach Angaben aus Branchenkreisen die Mehrheit an dem japanischen Lkw-Hersteller Fuso übernehmen und diesen damit enger in die Strukturen seiner Nutzfahrzeug-Sparte einbinden.

          „Daimler-Chrysler zieht das sehr ernsthaft in Erwägung", hieß es in den Kreisen am Dienstag, die damit teilweise einen Bericht der japanischen Tageszeitung „Nihon Keizai Shimbun“ bestätigten. Der unter Kapitalknappheit leidende japanische Daimler-Chrysler- Partner Mitsubishi Motors wolle seinen Fuso-Anteil von 42 Prozent komplett verkaufen und damit ganz aus dem profitablen Nutzfahrzeug-Geschäft aussteigen. Etwa die Hälfte des Anteils könnte an Daimler-Chrysler gehen, der Rest an anderen Firmen aus dem Mitsubishi-Konglomerat. Der mit 43 Prozent an Fuso beteiligte Stuttgarter Autobauer käme nach der Übernahme auf rund 65 Prozent. Die Transaktion könne schon Anfang 2004 über die Bühne gehen.

          Stellungnahme abgelehnt

          Der Kaufpreis für das komplette Fuso-Paket liegt dem Bericht der Zeitung zufolge bei 100 Milliarden Yen (760 Millionen Euro). Daimler-Chrysler und Mitsubishi Motors bezeichneten die Meldungen als Spekulation und lehnten eine Stellungnahme ab. Fuso war erst Anfang 2003 von Mitsubishi Motors abgespalten worden. Mitsubishi Motors war mit dem Wunsch nach einer Kapitalspritze durch seine Großaktionäre Daimler-Chrysler (37 Prozent) und Mitsubishi auf Widerstand gestoßen. Mit dem Fuso-Verkauf könnte das dringend benötigte Kapital in die Kassen von Mitsubishi Motors fließen.

          Eine Übernahme der Mehrheit an Fuso wäre nach Ansicht von Experten ein logischer Schritt in der Strategie von Eckhard Cordes, dem Nutzfahrzeug-Vorstand von Daimler-Chrysler. Er setzt auf Skaleneffekte zwischen den Konzernmarken in Europa, in den USA und in Asien. Nur durch die Größeneffekte bei Motoren und im Antriebsstrang könne die Rendite des größten Lkw-Herstellers der Welt verbessert werden, hatte Cordes wiederholt erklärt. In der neuen Struktur des Lkw-Geschäfts, die ab 1. Januar 2004 gilt, hatte Daimler-Chrysler eine mögliche Integration von Fuso bereits berücksichtigt.

          Fuso schreibt im Gegensatz zum Pkw-Bauer Mitsubishi Motors schwarze Zahlen. Mit einem operativen Gewinn von 13,5 Milliarden Yen (103 Millionen Euro) hatte das Unternehmen sein Ziel für das Geschäftsjahr 2003/04 bereits nach den ersten sechs Monaten erreicht. Fuso profitiert allerdings von einer Sonderkonjunktur für Lkw in Japan wegen einer Änderung der Abgasvorschriften. Die Absatzzahlen stiegen dort allein um 50 Prozent.

          Die Daimler-Chrysler-Aktie legte am Dienstag um 1,1 Prozent auf 34,13 Euro zu.

          Weitere Themen

          Zehn Luftfahrtbehörden checken Boeing 737 Max

          Unter Amerikas Leitung : Zehn Luftfahrtbehörden checken Boeing 737 Max

          Durch insgesamt zehn Luftfahrtbehörden – und unter der Leitung der Amerikaner – wird die zuletzt fehlerhafte Boeing 737 Max überprüft. Bis der Flieger wieder mit Passagieren starten darf, sollen allerdings noch mindestens drei Monate vergehen.

          Topmeldungen

          Mitglieder und Freiwillige der ukrainischen Bürgerinitiative „Widsitsch“ am Samstag auf dem Majdan in Kiew

          Präsidentenwahl in der Ukraine : Die letzte Chance gegen den „Magier“

          Am Tag vor der Stichwahl um das Präsidentenamt ist das Wahlkämpfen verboten. Doch die Aktivisten von „Widsitsch“ stehen trotzdem auf dem Majdan – um zu „informieren“. Sie versuchen, dem „Komiker“ Selenskyj doch noch Wähler abzujagen.

          0:6 in Augsburg : Weinzierl muss nach Stuttgarter Debakel gehen

          Die Blamage von Augsburg ist zu viel. Nur wenige Stunden nach dem 0:6 wirft der VfB Stuttgart den zweiten Trainer in dieser Saison raus. Markus Weinzierl muss gehen. Einen Interimscoach gibt es auch schon.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.