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Nutzerbasierte Abrechnung : Musik-Stars fordern neues Streaming-Modell

Auch Herbert Grönemeyer gehört zu den Unterstützern. Bild: dpa

Die Abogebühr eines Nutzers soll nur noch unter den Künstlern verteilt werden, die er gehört hat, so das Ziel der Initiative. Dabei gehe es auch um „kulturelle Vielfalt“. Welche Chancen hat diese Forderung?

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          Einen größeren Anteil an den Streamingerlösen für ihre Klienten – das war die Kernforderung der 14 Manager und Anwälte von deutschen Musikstars wie Helene Fischer, Rammstein oder Sarah Connor, die sie in ihrem Brief an die Plattenfirmen formulierten. Über das brisante Schreiben, das in der Musikindustrie hohe Wellen schlägt, hatte gerade die F.A.S. berichtet. Anlass für  den Brandbrief an die vier Marktführer im Tonträgergeschäft (Universal Music, Sony, Warner und die Bertelsmann-Musik-Sparte BMG) ist ein Verteilungsstreit im boomenden Geschäft mit Musikstreaming.

          Benjamin Fischer

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Marcus Theurer

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Während der Umsatz mit physischen Tonträgern weiter schrumpft, wächst das Streaming rasant und ist maßgeblich für den nun seit vier Jahre andauernden Aufwärtstrend des weltweiten Markts für Musikaufnahmen verantwortlich. Im Gegensatz zu den weit entwickelten Märkten Amerika oder Großbritannien gebe es in Deutschland zudem noch viel Potential, prognostizieren Fachleute.

          Der Knackpunkt ist die Verteilung des Geldes: Von den ungefähr 10 Euro, die ein Spotify-Abonnent im Monat zahlt, behält Spotify typischerweise etwa 30 Prozent ein, heißt es. An die Labels als Rechteinhaber werden nach Brancheninformationen gut drei Euro überwiesen, bei den Musikern selbst kämen dagegen häufig nur 80 Cent oder auch weniger an. Außerdem erhalten die Songwriter, die Musikerverlage, Abrechnungsdienstleister und der Staat in Form der Mehrwertsteuer ihren Anteil. Die Musiker wollen nun ein größeres Stück vom Kuchen abbekommen.

          „Die Liste der Künstler wird immer länger“

          Mittlerweile hat sich rund um den Kreis der Unterzeichner eine Initiative organisiert, die in einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung eine grundsätzliche Änderung der Abrechnungspraxis in der Streamingwelt fordert: die Einführung des nutzerzentrierten Abrechnungsmodells, UCPS genannt („User Centric Payment System“). Nach diesem werden die Abogebühren eines Streamingnutzers ausschließlich unter den von ihm gehörten Künstlern verteilt.

          Im derzeit gängigen „Pro Rata“-Modell dagegen werden alle Einnahmen gesammelt und gemäß einem Verteilungsschlüssel den Künstlern ausgezahlt, beziehungsweise zunächst eben deren Labels. Wer insgesamt die meisten Streams generiert hat, erhält nach dieser Logik auch das meiste Geld von Spotify und Co – ein Thema, das schon in der Vergangenheit immer wieder zur Sprache kam.

          Manager, Musikverlage und Anwälte von Musikern wie Helene Fischer, Marius Müller-Westernhagen, Herbert Grönemeyer unterstützen laut der Mitteilung die Initiative. Dass einige hinter dem Brief stehende Künstler wie Rammstein oder Silbermond in der neuen Mitteilung fehlen, habe organisatorische Gründe, sagte Gaby Allendorf, die als Sprecherin der Initiative fungiert und auch die Öffentlichkeitsarbeit von Peter Maffay verantwortet.

          Es seien in der Kürze der Zeit schlicht nicht alle Künstler erreichbar gewesen. „Die Liste der Künstler, die die Initiative unterstützen, wird aber immer länger“, sagte Allendorf der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Auch eine Webseite befinde sich im Aufbau.

          Nicht bloß mehr Geld im Sinn

          Es gehe nicht bloß um höhere Einkünfte, sondern um „Transparenz, Fairness und kulturelle Vielfalt“, wird in der Mitteilung betont: „Für die am meisten gespielten Künstler gibt es satte Zuschläge on top, während der musikalische Nachwuchs kaum mehr eine Chance hat, mit Musik Geld zu verdienen.“

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