https://www.faz.net/-gqe-9o19g

Wohnungsnot in Deutschland : Nur 27.000 neue Sozialwohnungen im vergangenen Jahr

  • Aktualisiert am

Der Bau neuer Sozialwohnungen bleibt hinter dem zurück, was Fachleute für nötig halten. Bild: dpa

In großen Städten müssen die Menschen immer mehr Geld für ihre Miete ausgeben. Neue Zahlen zeigen, wie langsam sich das ändert.

          Der soziale Wohnungsbau in Deutschland verharrt auf niedrigem Niveau - trotz Milliardenförderung des Bundes. Das geht aus einem Bericht des Bundesbauministeriums hervor.

          Danach wurden im vergangenen Jahr bundesweit 27.040 geförderte Sozialwohnungen neu gebaut. Das sind nur 809 Wohnungen mehr als 2017. Nach Einschätzung des Mieterbundes wären aber jährlich ungefähr 80.000 zusätzliche Sozialwohnungen nötig, um den Bedarf zu decken.

          Entsprechend kritisch reagierten Linke und Grüne. Die stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion, Caren Lay, bemängelte: „Der soziale Wohnungsbau bleibt das Stiefkind der Wohnungspolitik der Bundesregierung.“ Der wohnungspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Christian Kühn, bezeichnete die neuen Zahlen als „Armutszeugnis“ für Bundesbauminister Horst Seehofer (CSU). „Die Mieten in Deutschland steigen und steigen, und beim sozialen Wohnungsbau herrscht Stillstand.“

          Für die sogenannte Wohnraumförderung hatte der Bund den Ländern im vergangenen Jahr abermals 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Das Geld floss dem Bericht zufolge in die Förderung von etwa 12.000 Eigenheimen, in die Modernisierung von knapp 18.000 Wohnungen mit Mietpreisbindung sowie in den Neubau von rund 27.040 Sozialwohnungen.

          Diese etwa 27.000 neuen Wohnungen verteilen sich regional aber sehr unterschiedlich: In Mecklenburg-Vorpommern wurden nur 68 neue Sozialwohnungen gefördert, in Sachsen-Anhalt 20 und im Saarland keine einzige. In Bayern und Nordrhein-Westfalen waren es hingegen jeweils mehr als 6000 neue Wohnungen, in den teuren Stadtstaaten Berlin und Hamburg jeweils mehr als 3000.

          Da staatlich bezuschusste Wohnungen nach einiger Zeit aus der Sozialbindung fallen, sank die Gesamtzahl der Sozialwohnungen trotz Neubauten auf bundesweit 1,219 Millionen. Im Jahr 2006, als die Zuständigkeit für den sozialen Wohnungsbau vom Bund auf die Länder überging, waren es noch rund 2,1 Millionen gewesen.

          Die Linke fordert deshalb mehr Geld vom Bund. „1,5 Milliarden Euro reichen für eine Trendwende im sozialen Wohnungsbau nicht aus“, beklagte Lay. Nach den bisherigen Plänen soll die jährliche Förderung des Bundes jedoch auf eine Milliarden Euro sinken.

          Weitere Themen

          Manhattan im Dunkeln Video-Seite öffnen

          Stromausfall in New York : Manhattan im Dunkeln

          Ein Stromausfall hat große Teile Manhattens in Dunkelheit getaucht, darunter den sonst taghell erleuchteten Times Square. Mehr als 40.000 Menschen waren von der Panne betroffen.

          Neuer Interessent für Osram

          Bieterwettstreit? : Neuer Interessent für Osram

          Überraschend ist die österreichische AMS als Bieter für den Münchner Lichttechnik-Konzern auf den Plan getreten. Er will den Finanzinvestoren Bain und Carlyle Paroli bieten. Der Osram-Vorstand hat größte Bedenken.

          Topmeldungen

          Donald Trump am 12. Juli in Milwaukee

          Provokation auf Twitter : Trumps Spiel mit dem Feuer

          Auf Twitter beleidigt Amerikas Präsident vier Parlamentarierinnen rassistisch. Mit der Provokation will er Konflikte unter den Demokraten schüren – und scheitert.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.