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Novartis-Chef im Interview : „Wir dürfen nicht warten, bis das nächste Virus auftaucht“

Vasanth Narasimhan, Chef von Novartis Bild: Tom Stockill/CAMERA PRESS/laif

Die ganze Welt sucht nach Medikamenten und einem Impfstoff gegen das Virus. Novartis-Chef Vasant Narasimhan spricht über Hoffnungsträger aus seinem eigenen Haus und was wir tun müssen, bevor der nächste Angreifer um die Ecke kommt.

          5 Min.

          Herr Narasimhan, Ihr Unternehmen produziert das Malariamedikament Hydroxychloroquin. Der amerikanische Präsident Donald Trump hat dieses Mittel zur Behandlung von Covid-19 empfohlen. Es sei ein „Geschenk Gottes“. Doch seither gab es schwere Zwischenfälle und auch Todesfälle nach der Einnahme dieses Medikaments. Was sagen Sie dazu?

          Johannes Ritter

          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          Es ist sehr wichtig, zunächst qualitativ hochwertige Studienergebnisse abzuwarten. Bisher liegt nur eine erste anekdotische Evidenz aus der klinischen Forschung vor. Deshalb haben wir uns bereit erklärt, 130 Millionen Dosen Hydroxychloroquin zu spenden. Bisher haben Regierungen von 25 Ländern davon Gebrauch gemacht. Dort wird das Mittel unter enger klinikärztlicher Überwachung und nur in Notfällen zur Behandlung von Covid-19-Patienten eingesetzt. Wir hoffen, dass die nun laufenden klinischen Studien, darunter auch eine gemeinsame mit der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA, bis zum Juli oder August zeigen, ob Hydroxychloroquin eine positive Wirkung entfaltet oder nicht. Gleiches gilt auch für zwei unserer Medikamente, die eventuell einer Überreaktion des Immunsystems im Kampf gegen das Virus entgegenwirken könnten. Hierzu wurde auch in Deutschland vor kurzem eine klinische Studie initiiert.

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