https://www.faz.net/-gqe-afrcn
Bildbeschreibung einblenden

Not im Gesundheitssystem : Der englische Patient wartet auf seine Behandlung

Millionen Menschen warten in England auf ihren Arztbesuch Bild: EPA

Inzwischen verzögert sich für 5,6 Millionen Menschen in England die ärztliche Behandlung. Der staatliche Gesundheitsdienst NHS erhält zusätzliche Milliarden, doch zu viel Geld versickert in der Bürokratie.

          3 Min.

          Frau F. leidet unter Schmerzen im Unterleib, geht nach Blutungen zu ihrem Allgemeinarzt. Der „GP“ (General Practitioner) verweist sie an den Gynäkologen. Doch der NHS-Doktor hat erst in mehreren Wochen einen Termin frei. Eine andere Frau bekommt extrem starke Kopfschmerzen, sie kann auf beiden Augen nur noch verschwommen sehen. Der zuständige Facharzt hat aber erst in drei Monaten Zeit für eine Untersuchung. Beide zahlen schließlich aus eigener Tasche eine Behandlung bei Privatärzten. Fast jeder in Großbritannien kann solche Geschichten erzählen.

          Philip Plickert
          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Der staatliche, steuerfinanzierte Gesundheitsdienst NHS wirbt seit seiner Gründung 1948 durch den sozialistischen Minister Aneurin Bevan mit dem Versprechen „free for all“, kostenlos für alle. Viele sehen ihn als „nationalen Schatz“. In der Corona-Krise haben Millionen Briten auf den Straßen für das tapfere NHS-Personal geklatscht. Politiker von Premierminister Boris Johnson bis zur Labour-Opposition überschlugen sich mit Lobpreisungen für den „wundervollen“ Gesundheitsdienst. Mehr als 90 Millionen Corona-Impfungen hat er organisiert. „Thank you“-Plakate mit NHS-Regenbogensymbol kleben in Fenstern.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Wer traut sich schon, vor Autos herzuradeln? Das ist in dieser Straße in Frankfurt aber so gedacht, Fahrräder und Autos teilen sich die Spur und Autos dürfen Räder nicht überholen. Was Verkehrsteilnehmer hier für einen Radweg halten, ist die „Dooring Zone“ des Parkstreifens.

          Psychologie der Straße : Warum die Verkehrswende scheitert

          Warum tun wir uns so schwer, den Autoverkehr in seine Schranken zu weisen? An fehlenden Befunden der Verkehrswissenschaft liegt es jedenfalls nicht. Die Antworten liefern Psychologen.