https://www.faz.net/-gqe-a0x6r

Bilanzskandal : Nordamerika-Tochter von Wirecard stellt sich zum Verkauf

  • Aktualisiert am

An der Börse wird angesichts der jüngsten Kursentwicklung bereits darauf spekuliert, dass sich Investoren oder Konkurrenten Teile von Wirecard schnappen könnten. Bild: Reuters

Das amerikanische Tochterunternehmen von Wirecard sucht einen Käufer - und distanziert sich vom Konzern aus Aschheim.

          1 Min.

          Der wegen eines Bilanzskandals ums Überleben ringende Dax-Konzern Wirecard dürfte schon bald seine amerikanische Tochter verlieren. Wirecard North America stellt sich zum Verkauf, wie das amerikanische Unternehmen in der Nacht auf Dienstag selbst mitteilte. Eine Investmentbank koordiniere den Prozess. Die Amerikaner betonen in der Mitteilung ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit von dem angeschlagenen Konzern aus Aschheim bei München. „Wirecard North America ist eine selbsttragende Einheit, die weitgehend autonom von Wirecard ist.“

          Wirecard war erst 2016 mit der Übernahme einer Prepaid-Kreditkartenfirma von der Bad Bank der Großbank Citigroup in den amerikanischen Markt eingestiegen. Ein Verkauf der Aktivitäten könnte womöglich nur der Auftakt zum Ausverkauf bei den Bayern sein, die mittlerweile unter vorläufiger Insolvenzverwaltung stehen. An der Börse wird angesichts der jüngsten Kursentwicklung bereits darauf spekuliert, dass sich Investoren oder Konkurrenten Teile von Wirecard schnappen könnten.

          Der Zahlungsdienstleister, der bargeldlose Geldflüsse zwischen Händlern auf der einen und Banken sowie Kreditkartenfirmen auf der anderen Seite abwickelt, hatte unlängst mutmaßliche Luftbuchungen in Höhe von 1,9 Milliarden Euro eingestanden. Daher droht dem Unternehmen, das noch vor nicht allzu langer Zeit als eine der wenigen, wirklich großen Tech-Hoffnungen Deutschlands galt, die Zahlungsunfähigkeit.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Brasilianischer Präsident : Bolsonaro ist an Covid-19 erkrankt

          Seine Infektion bestätigte der Präsident am Dienstag – und beteuerte, es gehe ihm gut. Die Maskenpflicht hatte er nicht nur oft missachtet, er hatte sie energisch bekämpft. Nun wird er mit Häme überschüttet.
          Die Welt wird enger, aber wir können etwas dagegen tun.

          Polarisierung in Debatten : Wir Gesinnungsgenossen

          In diesen Monaten zeigt sich die Herrschaft des Framings noch deutlicher also sonst – besonders bei Twitter. Ein Plädoyer für mehr Offenheit gegenüber dem, was uns zwar nicht gefällt, aber noch lange nicht extrem ist.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.