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Gas-Pipeline nach Russland : Nord Stream 2 wird wohl demnächst weitergebaut

  • Aktualisiert am

Röhren für die Nordstream-Leitung liegen längst stapelweise im Hafen Mukran bereit. Bild: Reuters

Die Vereinigten Staaten wollen die Gasleitung durch die Ostsee verhindern. Nun gibt es gleich zwei Hinweise dafür, dass demnächst wieder Rohre verlegt werden.

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          Der Bau der Ostsee-Gasleitung Nord Stream 2 soll im Dezember nach dann etwa einjähriger Unterbrechung weitergehen. Das sagte ein Unternehmenssprecher am Wochenende. Zuvor hatte NDR 1 Radio MV darüber berichtet.

          Nach Informationen des Senders hat das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ostsee in Stralsund für Schiffsführer ab dem kommenden Sonnabend Bauarbeiten südlich des Gebietes Adlergrund angekündigt und um besondere Vorsicht gebeten. Dort liegen die beiden Rohr-Enden, die von der Anlandestation Lubmin in Richtung Ostsee führen.

          Die amerikanische Regierung will die beinahe fertig gebaute Gasleitung verhindern. Im Dezember des vergangenen Jahres waren die Bauarbeiten vor der dänischen Insel Bornholm abrupt gestoppt worden, weil die beiden Schweizer Verlegeschiffe unter dem Sanktionsdruck der Vereinigten Staaten ihre Arbeit eingestellt hatten.

          Der amerikanische Kongress hatte zuvor das „Gesetz zum Schutz von Europas Energiesicherheit“ (Peesa) mit parteiübergreifender Unterstützung verabschiedet. Präsident Donald Trump setzte es trotz scharfer Kritik aus Deutschland und Russland in Kraft.

          Durch die beiden jeweils ungefähr 1200 Kilometer langen Leitungen von Nord Stream 2 sollen künftig pro Jahr 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas von Russland nach Deutschland gepumpt werden. Die etwa 9,5 Milliarden Euro teure Pipeline ist zu 94 Prozent fertig gestellt.

          Die Vereinigten Staaten kritisieren seit Jahren das Projekt, weil sie eine zu große Abhängigkeit ihrer europäischen Partner von russischem Gas sehen. Unterstützt werden sie von osteuropäischen Staaten wie Polen und den baltischen Ländern. Kritiker werfen den Amerikanern dagegen vor, nur ihr Flüssiggas in Europa besser verkaufen zu wollen.

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