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Warten auf Russland : So steht es um unsere Gasversorgung

Lubmin: Rohrsysteme und Absperrvorrichtungen in der Gasempfangsstation der Ostseepipeline Nord Stream 1 Bild: dpa

Mit den derzeitigen Speicherständen schafft es Deutschland kaum über den Winter. Alle Blicke richten sich jetzt auf Nord Stream 1 – und auf das Rettungspaket für Uniper.

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          So eine unentspannte Sommerpause gab es selten in Berlin. Wie viel Gas wird Russland nach dem Ende der Wartungsarbeiten wieder durch die Pipeline Nord Stream 1 nach Deutschland schicken? Gar keines, wenig oder wieder die Mengen von einst? An diesem Donnerstag wird sich das zeigen. Eine Sprecherin von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) formulierte es am Mittwoch fordernd-optimistisch: Man gehe davon aus, dass das Gas wieder in vollem Umfang fließen werde, wie vertraglich vereinbart.

          Jan Hauser
          Redakteur in der Wirtschaft.
          Julia Löhr
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Doch wenn die Mikrofone aus sind, ist die Erwartungshaltung in Berlin eine andere. Und zwar die, dass Russlands Präsident Wladimir Putin den Gashahn nur ein wenig aufdrehen wird, um die Angst vor kalten Wohnungen und lahmliegenden Industriebetrieben im Winter hoch zu halten. Aus Russland kamen zuletzt Signale, dass nur noch 30 Millionen Kubikmeter Gas pro Tag geliefert werden könnten. Das wären 20 Prozent des normalen Niveaus.

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