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Nokia Siemens : Perspektivlos

Nokia Siemens streicht in Deutschland Stellen und schließt den Standort München komplett. Ob sich das Unternehmen mit dem Kahlschlag tatsächlich verbessert, bleibt ungewiss.

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          Die Hiobsbotschaften aus Bayern reißen nicht ab. Der insolvente Augsburger Druckmaschinenhersteller Manroland streicht 2200 Stellen. Osram baut jede zehnte Stelle ab. Für den chronisch defizitären Netzwerkausrüster Nokia Siemens Networks (NSN) kommt es noch schlimmer. Der Radikalumbau in Deutschland bedeutet das Aus für den mit Abstand größten Standort München mit seinen 3600 Mitarbeitern.

          Dabei dürfte das wahre Ausmaß über den nun angekündigten Abbau von 2900 Beschäftigten hinausgehen. Zusätzlich stehen Hunderte von Arbeitsplätzen zur Disposition, die sich in noch zu veräußernden Geschäftsbereichen befinden. Zudem könnte die Streichliste wegen des geplanten Umzuges von 1600 Mitarbeitern de facto länger ausfallen.

          Auch wenn NSN es bestreitet, sind solche Umzugsaktionen stets auch ein probates Mittel, sich von noch mehr Mitarbeitern zu trennen.

          Um Missverständnissen vorzubeugen: Die Einschnitte von Manroland, Osram und NSN sind strukturell, weniger konjunkturell bedingt. Das ändert nichts am Umstand, dass viele tausend Menschen zu Beginn des Jahres 2012 ihre Perspektive verloren haben. Dabei ist noch ungewiss, dass sich die für NSN mit dem Kahlschlag tatsächlich verbessert.

          Rüdiger Köhn

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

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